RPR1 "Angedacht": Auf die alte Weise.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 19. April 2010:
Einer Umfrage zufolge können 84% der Befragten nicht mehr ohne ihr Handy leben. Knapp über 30% geben an, eher auf ihren Partner als auf ihr Handy verzichten zu wollen. Ein erschreckendes Situationsbild unserer Gesellschaft.
Aber wenn ich mir meine jüngste Tochter so angucke, dann könnte das sogar stimmen: bei ihr laufen soziale Kontakte in erster Linie über simsen oder chatten im Internet. Allerdings scheint sie da in populärer Gesellschaft zu sein.
Außenminister Westerwelle hat kürzlich über seine Kommunikation mit Bundeskanzlerin Merkel bekannt: „Wir simsen was das Zeug hält“. Dieses ständige durch einen kleinen Kasten mit allen und jedem verbunden –Sein ohne wirkliche Nähe, geht mir ziemlich auf die Nerven.
Mittlerweile fühle ich mich durch die Handymanie schon regelrecht bevormundet. Kürzlich hat mir meine Bank geschrieben, dass ich beim Online-Banking künftig nur noch Beträge bis 1000 Euro überweisen darf. Es sei denn, ich besorge mir eine mobile Identifikationsnummer, die ich mir jedesmal auf mein Handy simsen lassen muss.
Zum Glück gibt es wenigstens noch einen Ort, an dem ich für nichts und niemanden elektronisch erreichbar sein muss. Meine Kirche. Dort hängt ein Handyverbot, mit dem Hinweis: wir reden mit Gott noch auf die althergebrachte Weise.
Fand ich ursprünglich mal albern. Aber jetzt bin ich ausgesprochen dankbar für diesen Hinweis.
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