RPR1 "Angedacht": Die Sorgen aus dem Schlüsseloch.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 20. April 2010:
„Ach Kind müsste man noch mal sein!“ Es gibt wohl nur wenig Erwachsene, die diesen Wunsch nicht schon einmal gehabt haben.
Glaubt man einer spanischen Studie, dann ist das Kindsein aber alles andere als ein erstrebenswerter Zustand: Schon Vierjährige sind gestresst, weil sie sich Sorgen machen: um ihr Aussehen, häufiges Alleinsein oder den großen Druck in der Vorschule. Auf diesen Stress reagieren sie mit Schlaf- und Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu Depressionen.
„Die Sorge, sie schleicht sich durchs Schlüsselloch ein”, hat der deutsche Dichter Goethe es in bildhaft beschrieben. Bei mir kommt sie meist kurz vor Tagesanbruch. Auf einmal hat sie meine Gedanken, die sich eben noch in einem Traum befanden, fest im Griff.
Ich wache mit Herzrasen auf, weil die Sorge wie ein dunkler Schatten auf mir lastet. Kleine Sorgen verlieren im Gespräch mit anderen häufig ihren Schrecken. Aber was ist mit den Sorgen, die mir kein anderer Mensch abnehmen kann?
„Alle eure Sorge werfet auf ihn, Christus, denn er sorgt für euch“ ermutigt Petrus in einem Brief die ersten Christen. Seine Sorgen auf einen anderen werfen zu können, nimmt der Sorge schnell ihre bedrohliche Größe.
Nicht immer gelingt es, dieses Angebot zu nutzen. Aber immer bleibt es ein Angebot, das in sich etwas ausgesprochen Tröstliches hat.
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