RPR1 "Angedacht": Dreckige Socken und Bartstoppeln.

Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 08. Mai 2010.

Wie ein großer Feuerball versinkt die Sonne am Horizont im Meer. Am Strand stehen ein Mann und eine Frau. Sie sehen sich tief in die Augen und geben sich im nächsten Moment einen langen innigen Kuss.

So oder so ähnlich passiert es immer wieder – zumindest im Kino. Dort klappt das mit der großen Liebe. Aber nicht nur deshalb, weil es eben Kino ist. Sondern auch, weil wir nur das sehen, wonach wir uns sehnen: das Verliebtsein, den Flow, das Kribbeln, das Begehrt werden. Und das kennen wir gut.

Das Andere aber, was wir auch in Beziehungen erleben Langeweile, Gewohnheit, Fettpolster, Barthaare kriegen wir kaum zu sehen.

Wenn wir die eigene Liebe nur mit den großen perfekten Gefühlen der Leinwand vergleichen, wird es schwierig für die Liebe. Der Partner kann nicht mehr genügen, die Beziehung nicht mehr glücklich machen.

Damit Beziehungen glücklich machen, müssen wir miteinander reden. Frauen mit Frauen. Männern mit Männern. Wir müssen uns darüber unterhalten, wie es wirklich ist: dass Liebe schön ist, aber auch manchmal schwer und langweilig.

Ich glaube, wir müssen die Liebe entzaubern, um sie zu retten. Denn wenn uns klar wird, dass das, was wir fühlen, das ganze normale Chaos der Liebe ist, dann kann die Liebe sein, was sie ist: Das schönste der Gefühle.

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