RPR1 "Angedacht": Nichts.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 19. Juni 2010:

„Was macht ihr so am Wochenende?“, fragt mich neulich ein Freund. „Nichts“, antworte ich, „wir machen nichts!“

„Wie? Nichts?“ gibt er irritiert zurück. „Einfach nichts. Wir bleiben zu Hause und machen nichts!“

„Eigentlich hast du recht“, räumt er dann ein, „ man kann ja auch einfach mal nichts machen.“

Damit haben, nach meiner Erfahrung, viele Menschen ein Problem. Wer nichts tut, erlebt nichts. Wer nichts tut, hat nichts, wovon er erzählen kann. Dabei kann es so befreiend und erfüllend sein – das Nichtstun.

Darunter verstehe ich vor allem: das Lebenstempo spürbar verlangsamen, den Zeitdruck abstellen. Das gelingt mir am besten, wenn ich das Auto stehen lasse und mich auf den Umkreis von Haus und Garten beschränke – und auf einmal vieles entdecke, wofür mir die ganze Wochen lang Zeit gefehlt hat.

Die jüdisch-christliche Tradition hat dafür den Sabbat bzw. Sonntag. Ein fester Tag in der Woche als Ventil, um den ganzen Druck entweichen zu lassen. Dieser Tag schenkt mir eine Atempause.

Ich weiß, anderen fällt dann die Decke auf den Kopf. Viele haben verlernt n, Stille und Stillstand zu ertragen. Aber mir tut das einfach nur gut. Versuchen sie`s doch auch mal! Jetzt ist wieder Wochenende. Genießen Sie’s!

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