RPR1 "Angedacht": Die große Spur Gottes.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 12. Juli 2010:
Die Fußabdrücke, die sich in der braunen Erde abzeichnen sind deutlich zu erkennen. Das markante Profil der Gummistiefel hat sich in die nasse Erde eingegraben und einen Abdruck hinterlassen. Fasziniert folge ich dieser Spur, die sich vor mir herzieht, denn es ist meine Spur – von gestern.
Als ich im Regen spazieren gegangen bin.
Heute dagegen ist es trocken und auf meinem Weg hinterlasse ich keine Spur. Ich versuche, in meinen Fußstapfen von gestern zu gehen, doch das ist schwieriger als gedacht, genauso aufzutreten wie gestern, um in meiner Spur zu bleiben.
Ich würde sie gerne haltbar machen, meine Spur, irgendwie fixieren für morgen und darüber hinaus – verewigen. Was würden Nachfolgende daraus lesen können? Sicherlich meine Schuhgröße, vielleicht auch mein Gewicht und sie würden sehen, wo ich mit unserem Hund lang gegangen bin. Aber würden sie auch meine Gedanken, Sehnsüchte und Träume lesen?
Ich möchte die Spur halten, mich an sie halten, doch der nächste Regen wird sie aufweichen – so hart sie jetzt auch in die Erde eingebrannt ist. Meine Spur wird sich dann den gewohnten Gang der Schöpfung nehmen. Sie wird sich auflösen in die große Spur Gottes, in der alle Spuren zusammenlaufen, und ich bin ein Teil davon.
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