RPR1 "Angedacht": Eine Nachtigall ohne Flügel.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 13. August 2010:

Sie ist keine Politikerin und keine Verbandslobbyistin im Gesundheitswesen, dennoch gehört sie zu den großen Gesundheitsreformerinnen: Florence Nightingale. Die Tochter einer reichen britischen Familie gilt als die Wegbereiterin der modernen Krankenpflege. Heute vor 100 Jahren ist sie gestorben.

Ihr Leben ist ein Beispiel dafür, wie Glaube und Handeln zusammengehören. „Gott sprach mit mir und berief mich in seinen Dienst“, hat sie im Rückblick gesagt. Dieser Dienst war ein Dienst an den Kranken. Als Pflegerin hat sie das marode Gesundheitssystem und die desolaten Zustände in den Krankenhäusern ihres Landes kennengelernt.

Auf der Suche nach Lösungen für diese Probleme ist Florence Nightingale auch nach Deutschland gekommen. Hier lernte sie die Arbeit der Kaiserswerther Anstalten, einer diakonischen Einrichtung in der Nähe von Düsseldorf, kennen. Dort haben sich vor allem Frauen der drängenden sozialen Probleme des Industriezeitalters angenommen. Neben der Erziehung und Bildung von Kindern gehörte dazu auch die Pflege von Alten und Kranken.

Mit diesen Eindrücken im Gepäck und mit der Erfahrung der Arbeit als Kriegskrankenschwester hat Nightingale ein Pflegesystem für englische Kriegskranke organisiert. Dadurch ist sie zu einer treibenden Kraft bei der Reform des Gesundheitswesens in ihrem Land geworden. Ihre unermüdliche Tätigkeit war darüber hinaus der Anstoß für die Gründung des Roten Kreuzes.

„Gott sprach mit mir und berief mich in seinen Dienst.“ Florence Nightingale war eine Dienerin Gottes, oder um es mit einem altertümlichen Begriff zu sagen: ein Engel. Und sie zeigt: Engel brauchen keine Flügel.

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