RPR1 "Angedacht": Persönlicher Grenzschutz.
Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 09. September 2010.
Du musst…
Wenn mich jemand anspricht und mit diesen beiden Worten beginnt, dann merke ich, wie sich in mir alles sträubt.
Meine Frau weiß, dass dann schnell der trotzige Junge bei mir rauskommt, der erst einmal auf stur schaltet und überzeugt ist: Ich muss gar nichts.
Oft meinen ja andere sehr genau zu wissen, was wir zu tun und zu lassen haben: Du musst dich ernähren nach der Methode „Abnehmen im Schlaf“! Du musst eine Hantelbank haben zum richtigen Pumpen! Morgen musst du für mich mal nach Koblenz fahren.
Aussagen in dieser Form sind für mich Übergriffe. Jemand weiß ganz genau und besser als ich, was für mich gut ist oder was ich zu tun habe. Meine Grenzen werden überschritten. Andere wollen über mich und Teile meines Lebens bestimmen. Wehe dem, der sich da nicht wehren kann.
In einem Psalm heißt es einmal: Gott schafft deinen Grenzen Frieden. Gott hat uns Menschen so geschaffen, dass wir nur begrenzt Kraft haben und nur begrenzt Zeit. Nicht immer wird dies respektiert. Dann ist es an uns, uns abzugrenzen.
Ein grenzenloses Leben funktioniert nicht. Es entspricht nicht Gottes guter Schöpfung.
Nicht nur Kinder brauchen Grenzen, auch Erwachsene. Sie schützen uns und ermöglichen unsere eigene Identität.
Und wer seine Grenzen akzeptiert, kann sie auch anderen besser deutlich machen.
Gott will unseren Frieden. Wo wir auf die Begrenztheit unseres Lebens achten, machen wir es Gott leicht, uns diesen Frieden zu geben.
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