RPR1 "Angedacht": Armer Kevin!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 24. September 2010:

Armer Kevin! Seinen Vornamen hat er sich nicht ausgesucht. Trotzdem muss er dafür büßen. Eine wissenschaftliche Studie bestätigt jetzt: Vornamen erzeugen Vorurteile. Der gleiche Schulaufsatz wurde mit unterschiedlichen Vornamen beschriftet und von Lehrern beurteilt.

Das Ergebnis: Die Kevins haben immer die schlechteren Noten als die Maximilians bekommen, obwohl die Aufsätze absolut identisch waren.

Wer Kevin heißt, so lautet das Vorurteil, kann nicht gut in der Schule sein, weil er aus einer Familie kommt, in der Bildung scheinbar keinen hohen Stellenwert hat. Für Maximilian gilt das Gegenteil: seine Eltern gehören zur Oberschicht, zur Bildungselite.

Namen sind ein wichtiger Teil der Person. Namen gehören zur Identität, erst der Name macht uns ansprechbar. Er ist in der Regel das erste, was wir von uns selbst preisgeben oder über andere erfahren. Darum ist es auch so unangenehm, den Namen eines anderen zu vergessen.

Unseren Namen erhalten wir zwar nicht erst bei der Taufe, aber da werden wir mit ihm angesprochen. Das bedeutet: Jeder Mensch ist einzeln und persönlich Gottes Kind, egal, wie er heißt und egal, was andere später aus seinem Namen machen.

Ich hab’ mir übrigens schon lange abgewöhnt, beim Korrigieren von Arbeiten auf die Namen meiner Schüler zu achten. So kann ich mich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren. Und einer der besten Schüler meiner 7. Gymnasialklasse im letzten Jahr hieß – na, wie wohl – Kevin!

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:30min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Kommentare  

Ihr Kommentar

No audio file allowed