RPR1 "Angedacht": Verspätung lohnt sich.
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 29. November 2010:
Niemand wartet gerne, egal ob beim Arzt, an der Ampel oder auf dem Bahnhof. Manche Verspätungen haben aber auch ihre guten Seite: Kommt zum Beispiel ein Zug deutlich zu spät an, kann man einen Teil des Fahrpreises erstattet bekommen.
Mit einer solchen Regelung wären die christlichen Kirchen längst pleite. Jedes Jahr warten sie im Advent auf die Ankunft ihres Herrn Jesus Christus, feiern ihn – und jedes Jahr scheint er sich immer weiter zu verspäten.
Wann wird er endlich kommen? Wann gibt es endlich kein Leid, kein Geschrei, keine Tränen mehr, wie es die Bibel beschreibt? Wann hat der Tod denn nun endlich seine Macht verloren haben? Wann kommt der Herr und macht diese Welt wieder zum Paradies, das sie ganz am Anfang einmal war?
Keiner weiß, wann es so weit ist. Die Hoffnung darauf hält sich nun schon 2000 Jahre. Sie ist ein Menschheitstraum. Jesus hat ihn geträumt und seither Milliarden von Menschen mit ihm. Sie alle waren ganz schön hoffnungsvoll.
Wer starke Verspätungen schon erlebt hat, der weiß, dass sehr langes Warten nicht jedermanns Sache ist. Umso größer die Freude, wenn es dann endlich so weit ist. Wie gesagt: Manche Verspätungen haben auch ihre guten Seiten. Wenn es eintritt, was sich Christen im Advent erhoffen, dann hat sich das Warten gelohnt. Doppelt und dreifach.
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