RPR1 "Angedacht": Angestiftet.
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 14. Dezember 2010:
“Meine Güte”, sagen Petra und Lena fast im Gleichklang, so redet doch kein Mensch. Wie das schon anfängt: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes!“ Was ist das denn überhaupt für ein Text, fragen meine Schüler.
Ich antworte ihnen: Das ist Marias Lobgesang, das so genannte „Magnifikat“, es steht im Neuen Testament, im 1. Kapitel des Lukasevangeliums. Die Sprache ist für Euch und mich etwas ungewöhnlich, aber: Es ist ja auch ein feierliches Gedicht, das Maria vom Evangelisten Lukas sozusagen in den Mund gelegt wird.
Im weiteren Verlauf der Stunde versuchen die Schüler und ich die ungewohnten Formulierungen aufzulösen:
Wenn Gottes Herrschaft anfängt, wird manches anders, steht da: Arme und Reiche werden völlig anders behandelt als bisher, die Maßstäbe der Menschen verkehren sich ins Gegenteil: Einschätzungen wie hoch und niedrig ver-lieren ihre Bedeutung
Schließlich meint Lena: „Na, dieser uralte biblische Text klingt ja ganz schön politisch!“ Ich widerspreche dem nicht; aber ich weise darauf hin, dass eines dabei besonders wichtig ist: Es ist Gott, der hinter den Veränderungen steht und für eine gerechte Weltordnung sorgt.
Um das zu erreichen, stiftet er ganz unterschiedliche Menschen an: Maria, die junge Frau aus Nazareth oder Dich, Petra oder Dich Lena oder vielleicht Sie, liebe Hörer.
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