RPR1 "Angedacht": Scheinwerferlicht.
Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 26. Dezember 2010:
Einmal im Scheinwerferlicht stehen. Wer träumt nicht davon? Die große Bühne für mich allein. Aus dem Hintergrund an die Rampe treten, aus dem Dunkel ins Licht. Und bewundert werden von den Zuschauern im Publikum. Wie schön wäre das. Ich selbst ein Star, ein Stern vor dem Bühnenhimmel. Der Lichtkegel ist nur auf mich gerichtet.
Bühnenscheinwerfer sind so konstruiert, dass sie schwenk- und neigbar sind. Das Licht muss gedimmt werden können, seine Verteilung veränderbar sein. Zu einem Bühnenscheinwerfer gehören Aufsätze, die das Licht lenken, färben oder Muster projizieren.
Wer schon einmal auf einer großen Theaterbühne gestanden hat, der weiß, dass das Scheinwerferlicht aber auch blenden kann, dass es keinen Blickkontakt zum Zuschauer ermöglicht. Ja, es gibt sogar Verfolgungsscheinwerfer, die jeden meiner Schritte unbarmherzig ans Licht bringen, jede Geste, jedes Missgeschick öffentlich machen.
Der Theaterstück-Autor Berthold Brecht lässt zu Beginn seiner Dreigroschenoper einen Moritatensänger auftreten, der davon singt, dass die einen im Dunkeln und die andern im Licht sind „und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“
Gerade auf die im Dunkeln richtet Brecht in seinen Stücken die Scheinwerfer: Es sind Huren, kleine Kriminelle, große Verbrecher, Ausgebeutete, Verfolgte und Flüchtlinge.
Menschen aus dem Dunkel ins Licht holen: Das ist Weihnachten!
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