RPR1 "Angedacht": Krankenhauslicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 27. Dezember 2010:

Hierher geht niemand gerne, erst recht nicht im Advent oder über Weihnachten. Im Krankenhaus ist es nicht schön. Wer hier als Patient ist, der ist krank, oft schwer krank und er sucht Hilfe. Da zählt ärztliche Kunst, professionelle Pflege, erfolgreiche Rehabilitation.

Entsprechend sachlich, nüchtern geht es zu. Die Architektur besticht nicht durch Schönheit, die Ausgestaltung der Räume nicht durch Gemütlichkeit. Sauber muss alles sein, steril. Das Krankenhaus hat einen unverwechselbaren „Geruch“.

Diejenigen, die hier arbeiten, haben nicht nur mit Patienten zu tun, sie beschäftigt auch der Kostendruck, Arbeitskräfteabbau, der schnelle Wandel der medizinischen Technik und Therapie, Untersuchungen im Fließbandtempo, kürzere Verweildauern, höhere Patientenzahlen. Der Arbeitsalltag der Krankenhausmitarbeiter hat sich so verdichtet, das kaum noch Zeit bleibt für das Zwischenmenschliche.

Und doch gibt es die kleinen Lichtpunkte im Klinikalltag: Lichterketten, leuchtende Weihnachtssterne. Gleichsam ein kleiner Fingerzeig, dass es manchmal nur minimaler Veränderungen bedarf, um den gewohnten Alltag für einen Augenblick dem Besonderen zu öffnen. Ein kleiner Händedruck, ein freundliches Lächeln, ein kurzer Besuch, ein stilles Gebet.

So gehören Leib und Seele, gute Medizin, gute Pflege und gute Seelsorge zusammen. Wo Menschen wie im Krankenhaus an die Grenzen des Lebens geraten oder sich ausgeliefert fühlen, ist Beistand und Ermutigung nötig. Die kleinen Lichtpunkte sagen: das Krankenhauspersonal ist ansprechbar. Und Gott auch.

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