RPR1 "Angedacht": Mondlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 28. Dezember 2010:

Es ist dunkle Nacht. Nur Mond steht am Himmel. Und scheint, einem Scheinwerfer gleich, die Statur eines afrikanischen Königs vor dem Pfalztheater in Kaiserslautern zu beleuchten. Kolossal steht die Figur aus weißem Carrara-Marmor vor dem Schauspielhaus. Ein wenig Theateratmosphäre, bei der die Natur die Regie führt.

Licht in der Dunkelheit, der Mond als Scheinwerfer. So scheint es. Es ist eine Illusion, wie so vieles vor und im Theater, denn der Mond leuchtet nicht. Man kann ihn nur deshalb nachts sehen, weil er von der Sonne angestrahlt wird.

Der Mond regt die Phantasie vieler Menschen an. Romantische und Abergläubige. So schreiben viele dem Mond besondere Kräfte zu. Sie orientieren sich an Mondkalendern, die Auskunft darüber geben, wann die günstigen Tage zum Fensterputzen sind oder dass man Radieschen am Besten im Einklang mit dem Mond pflanzt.

Diesen oder ähnlichen Mond-Mythen haben schon vor mehr als 2.500 Jahren die Verfasser der biblischen Schöpfungsgeschichte widersprochen. Für sie waren Mond und Sonne nichts anderes als Lichter beziehungsweise Lampen, die die Funktion haben, Tag und Nacht zu unterscheiden und damit die Zeit bestimmen zu können.

Die Statur des afrikanischen König indes kann bei den Betrachtungen über den Mond gelassen bleiben. Denn angeleuchtet wird sie des nachts nur scheinbar vom Mond. In Wirklichkeit ist es eine Straßenlaterne, die sie anstrahlt.

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