RPR1 "Angedacht": Gottesfriede.
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 07. Februar 2011:
Mit keinen Menschen konnte ich mich in meiner Jugend besser streiten als mit meinen Brüdern. Wenn es besonders schlimm wurde, pflegte mein Großvater mit ungewohnt tiefer Stimme zu tönen: „Friede! Friede!“. Mehr überrascht als betroffen hörten wir dann auf zu streiten, natürlich nur, um wenig später an einer ungestörten Stelle weiter zu machen.
Die polnische Psychologieprofessorin Zofia Jasnota hat 1977 in ihrem Lied „Unfriede herrscht auf der Erde“ beschrieben, wie schwierig es ist, dauerhaften Frieden zu halten – nach innen und nach außen. Weil ein durch eine Autorität unterbrochener Streit keinen Konflikt löst, sondern eben bloß unterbricht. An anderer Stelle bricht der Streit später umso heftiger wieder hervor.
Unfriede herrscht auf der Erde – das in der früheren DDR erstmals bekannt gewordene Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch spricht darum bis heute vielen Menschen aus dem Herzen. Auch in uns – so das Lied – herrschen Unruhe und Unrast. Deshalb ist es so schwer, den Frieden zu bewahren – trotz allen guten Willens.
Doch Zofia Jasnota geht im Refrain des Liedes davon aus, dass der Friede einst kommen wird. Dann wird der Mensch zur Ruhe kommen, Feindschaft und Fanatismus, Hass und Intoleranz werden dann aufhören. Kein zeitlich begrenzter relativer Friede wird das sein, so wie ihn Menschen gelegentlich herstellen können. Es wird der ewige Frieden sein. Gemacht von Gott persönlich.
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