RPR1 "Angedacht": Lernziel Toleranz.
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 23. Februar 2011:
Es ist der 23. Februar 303: Der römische Kaiser Diokletian gibt den Befehl, alle Christen im Römischen Reich zu verfolgen. Tausende Christen werden daraufhin verhaftet, gefoltert und ermordet.
Die Gründe dafür: Das Römische Weltreich duldet keine Religion, die einen anderen Gott verehrt als den römischen Kaiser. Hinzu kommt, dass die Christen an einen Gekreuzigten glauben, in den Augen der Römer also an einen Verbrecher.
Erst acht Jahre später, im Jahr 311, ist Schluss mit dem Abschlachten und Töten. Schwer erkrankt lässt der römische Kaiser die Verfolgung der Christen einstellen.
Das ist jetzt genau 2000 Jahre her. Das Problem ist geblieben: Überall auf der Welt werden Menschen wegen ihres Glaubens benachteiligt, verfolgt, getötet.
Trotz universaler Menschenrechte, trotz weltweiter Kommunikation im Internet ist Toleranz in vielen Kulturen bis heute ein Fremdwort. Überall, wo es um Hingabe geht und um Überzeugungen, ist sehr schnell Schluss mit der Toleranz.
Dass es auch anders geht, haben die vergangenen Wochen gezeigt. In Kairo haben Christen und Muslime demonstriert. Nicht gegeneinander, sondern miteinander sind sie für Demokratie und Menschenrechte in ihrem Land auf die Straße gegangen.
Einen ersten Teilerfolg haben sie bereits errungen: Staatspräsident Mubarak ist zurückgetreten. Vielleicht ist das nur ein vorübergehender Erfolg. Aber vielleicht wird auch mehr daraus. Ich jedenfalls hoffe es.
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