RPR1 'Angedacht': Eins plus eins plus eins gleich eins? Verstehenshilfe Trinität

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Sonntag, 18. Mai 2008:

Christen haben ihre eigene Mathematik: Da ergibt eins plus eins plus eins: eins. So kommt’s jedenfalls vielen vor, wenn sie versuchen, die Trinitätslehre zu verstehen – also die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist, die doch alle ein und derselbe sein sollen.

Dabei soll die Trinitätslehre eigentlich gerade verstehen helfen. Und das kann sie tatsächlich – vorausgesetzt, man nimmt sie nicht daher, um sich ein Bild davon zu machen, wie Gott in sich selbst aussieht.

Verstehen lässt die Trinität stattdessen, wie Gott nach außen hin handelt, also was sein Plan mit der Welt und den Menschen ist. Die Person Gott Vater steht dann dafür, dass von ihm alles herkommt, er der Schöpfer und Urgrund allen Seins ist. Die Person des Sohnes, Jesus Christus, steht dafür, dass Gott seine Schöpfung nicht sich selbst überlässt, dass er uns beisteht im Leiden und mit uns den Weg durch den Tod zum Leben geht. Und die Person des Geistes steht dafür, wie er bereits hier und heute in der Welt wirkt, wie er alle Menschen miteinander und mit dem Rest der Schöpfung verbindet.

Die christlichen Kirchen widmen der Rede vom dreieinigen Gott eine eigene Zeit im Kirchenjahr: die Trinitatiszeit. Mit dem Sonntag Trinitatis, heute, beginnt sie. Drei gleich eins und eins gleich drei? Wer unbedingt will, mag sich darüber weiter den Kopf zerbrechen – oder auch Christen vorwerfen, dass unser Glaube unlogisch sei. Tatsache ist: Gott wirkt und begegnet auf vielfältige Weise. Das ist wichtig. Und das feiern wir.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:43min / 1.2 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Kommentare  

Ihr Kommentar

No audio file allowed