RPR1 'Angedacht': Ist Butterkremtorte Sünde?

Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 30. Juni 2008:

„Seit drei Wochen mache ich nun schon FdH – Futter die Hälfte. Und sechs Kilo hab’ ich schon runter. Aber heute, an deinem Geburtstag, da muss ich einfach sündigen. Und wenn schon sündigen, dann aber richtig! Also sei doch so gut, und hol mir noch ein Stück von dieser leckeren Butterkremtorte.“

Bestimmt haben Sie auch schon mal Gesprächsfetzen wie diesen mitbekommen. Ich meine: Eine absolut typische Situation. Die deutlich macht, wie wir das Wort „Sünde“ – eigentlich ein hochtheologischer Begriff – in unserer Alltagssprache verwenden:

Sünde – das ist hier ein Verstoß gegen selbst gemachte oder verordnete Diätvorschriften. Schon falsch, irgendwie. Aber doch nicht so richtig… Mein Gott, was macht schon ein Stück Torte…

Im Neuen Testament, da meint „Sünde“ dagegen:
Ich habe nicht nur in einer bestimmten Sache versagt, sondern als ganzer Mensch mit meinem ganzen Leib und meinem Verstand und meiner Seele. Ich bin erledigt. Von Gott getrennt, für alle Zeiten.

Das ist schon radikal, dieses Verständnis von Sünde.
Unbequem, verstörend. So empfinde ich das jedenfalls. Aber umso befreiender wird dann die gute Nachricht: Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten.

Rettung, das heißt: Wir können neu anfangen in unserem Leben. Rettung, das heißt: ganz gleich, was passiert, wir können Gott nicht mehr loswerden. Und das ist doch wichtiger als Butterkremtorte und Diätregeln. Oder?

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