RPR1 'Angedacht': Was das Herz begehrt

Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 2. Juli 2008:

Es war einmal ein junger Mann, der war sehr reich. Trotzdem wurde er seines Lebens nicht froh. „Ob ich wohl krank bin?“ – fragte er sich. „Ich besitze doch alles, was das Herz begehrt. Und bin trotzdem nicht glücklich. Was ist nur mit mir los?“ Kein Arzt konnte ihm helfen. Schließlich ging der junge Mann zu einem Weisen – und klagte ihm sein Leid.

„Du besitzt alles, was das Herz begehrt?“ fragte der Weise nachdenklich. Dann holte er einen Kasten, der voller Spiegel war. „Nun wollen wir mal sehen,…“ sagte er. „Besitzen Sie ein Haus?“ – „Nicht nur eins. Ich habe hundert Häuser – sehr rentabel.“ Der Weise nickte und heftete wortlos einen Spiegel an die Wand. „Gehören ihnen Ländereien?“ – „Aber sicher!“ Der Weise nahm einen zweiten Spiegel und hängte ihn auf.

Nach und nach zählte der junge Mann auf, was er alles besaß. Und der Weise hängte einen Spiegel nach dem anderen auf – bis kein Platz mehr an den Wänden war.
„Nun, sehen Sie sich um“, sagte der Weise. „Was erkennen Sie?“

„Ich sehe mich!“ antwortete der junge Mann. „Eigentlich überall. An jeder Wand! – Alle Spiegel zeigen mein Bild.“ „Damit haben wir die Ursache ihres Leidens erkannt. Sie haben nur sich selbst im Blick gehabt. – Davon kann aber kein Mensch leben.“ –
Mir gefällt diese kleine Geschichte. Denn sie macht deutlich:
Kein Mensch ist für sich selbst geschaffen. Wir brauchen den anderen, den Nächsten, den Mitmenschen. Damit wir Mensch sein können.

Jesus hat das übrigens so gesagt: Liebe deinen Nächsten – wie dich selbst.

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