RPR1 'Angedacht': Tanzen Sie noch ums Goldene Kalb?
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 3. Juli 2008:
Eigentlich ist das ja eine unglaubliche Geschichte. Kaum hält Mose – oben auf dem Berg – die Steintafeln mit Gottes wichtigsten Weisungen in der Hand… da tickt unten im Tal der Mob völlig aus.
Zugegeben: Sie können Mose nicht sehen. Sie wissen nicht, was sich da abspielt – oben auf dem Berg. Aber trotzdem: Kaum dreht der Mose ihnen den Rücken zu, schon verlieren sie jeden Glauben, jedes Vertrauen, auch zu dem Gott, der sie immerhin aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte.
„Wir wissen ja nicht, was mit Mose los ist“, jammern die Israeliten. „Vielleicht kommt er ja nicht wieder. Und dann?“
Ja, was dann?
In einer höchst spontanen, konzertierten Aktion werfen sie alle ihren Familienschmuck zusammen, schmelzen das Ganze ein – und bringen so ihre Gottesvorstellung neu in Form.
Ein goldener Stier soll es werden. Wie bei so vielen Völkern in der Umgebung. Doch es reicht nur zum Kälbchen, das sie nun ersatzweise anbeten. Einfach lächerlich!
Auch wenn uns diese alte Geschichte belustigt: Ich meine, wir heute sind nicht wirklich besser als die Israeliten damals.
Der Tanz ums Goldene Kalb ist ja geradezu sprichwörtlich geworden. Auch wir sind ziemlich schnell dabei und basteln uns unsere eigenen Götterbilder.
Was für ein Blödsinn! – Denn Gott gibt sich doch auch für uns heute zu erkennen: Jahwe – „Ich bin der, der für euch da ist“. – Diesen Namen trägt Gott. Damals bei Mose, und auch für uns heute.
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