SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Humor und Sterben.

Pfarrerin Cornelia Michels-Zepp, Bad Kreuznach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Dienstag, 28. September 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Zwei alte Frauen.

Pfarrerin Cornelia Michels-Zepp, Bad Kreuznach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 27. September 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Vater und Mutter ehren.

Pfarrerin Cornelia Michels-Zepp, Bad Kreuznach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Sonntag, 26. September 2010.

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RPR1 "Angedacht": Die Drei.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 25. September 2010:

Ein altes Sprichwort sagt: Aller guten Dinge sind drei. Aber warum eigentlich? Warum nicht zwei oder vier? Die Drei ist ein Urmuster der Wirklichkeit: Es gibt drei Beschaffenheiten der chemischen Elemente: fest, flüssig, gasförmig. Drei Dimensionen des Raums: Höhe, Breite, Tiefe. Dreiteilig ist der sportliche Ehrgeiz: schneller, höher, weiter. Es gibt drei Problemzonen am Körper: Bauch, Beine, Po. Schiedsrichter und zwei Linienrichter sind zusammen drei. Wer blöd ist, kann nicht bis Drei zählen. Und die meisten Abkürzungen bestehen aus drei Buchstaben.

Warum die Drei so oft in unserem Leben vorkommt? Das hat religiöse Gründe. Die Drei besitzt seit jeher symbolischen Wert: In der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist ist sie die göttliche Zahl schlechthin. Die heilige Familie hat drei Mitglieder Maria, Josef und Jesus, die heiligen Könige waren zu dritt und Jesus sagt: „Wo zwei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“ – Zwei Gläubige plus Jesus – das sind nach Adam Riese drei.

Mit der Drei wird das Leben allerdings auch kompliziert. Das erste Kind macht aus der Zweisamkeit eine Dreiecksbeziehung. Drei Geschwister streiten öfter als zwei. Im Paradies geht’s Adam und Eva gut, bis die Schlange dazu kommt. In der Schule steht die Drei für Mittelmaß – aber viele mittelmäßige Schüler haben später im Leben ihre Chance bekommen.

Die Drei – sie steht für Dynamik, für Bewegung, für Harmonie, aber auch für manche Auseinandersetzung. Vielleicht ist sie ja deshalb Gottes liebste Zahl.

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RPR1 "Angedacht": Armer Kevin!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 24. September 2010:

Armer Kevin! Seinen Vornamen hat er sich nicht ausgesucht. Trotzdem muss er dafür büßen. Eine wissenschaftliche Studie bestätigt jetzt: Vornamen erzeugen Vorurteile. Der gleiche Schulaufsatz wurde mit unterschiedlichen Vornamen beschriftet und von Lehrern beurteilt.

Das Ergebnis: Die Kevins haben immer die schlechteren Noten als die Maximilians bekommen, obwohl die Aufsätze absolut identisch waren.

Wer Kevin heißt, so lautet das Vorurteil, kann nicht gut in der Schule sein, weil er aus einer Familie kommt, in der Bildung scheinbar keinen hohen Stellenwert hat. Für Maximilian gilt das Gegenteil: seine Eltern gehören zur Oberschicht, zur Bildungselite.

Namen sind ein wichtiger Teil der Person. Namen gehören zur Identität, erst der Name macht uns ansprechbar. Er ist in der Regel das erste, was wir von uns selbst preisgeben oder über andere erfahren. Darum ist es auch so unangenehm, den Namen eines anderen zu vergessen.

Unseren Namen erhalten wir zwar nicht erst bei der Taufe, aber da werden wir mit ihm angesprochen. Das bedeutet: Jeder Mensch ist einzeln und persönlich Gottes Kind, egal, wie er heißt und egal, was andere später aus seinem Namen machen.

Ich hab’ mir übrigens schon lange abgewöhnt, beim Korrigieren von Arbeiten auf die Namen meiner Schüler zu achten. So kann ich mich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren. Und einer der besten Schüler meiner 7. Gymnasialklasse im letzten Jahr hieß – na, wie wohl – Kevin!

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Herbstanfang.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 23. September 2010:

“Herbst? Warum nicht”, schreibt der Dichter Rainer Maria Rilke einmal an seine Frau Clara, „denn ich will den Herbst! Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender denn der Frühling wenn er kommt mit seinem Willen zur Verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schließlich fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört? Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut; in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen.”

Rilke war ein genauer Beobachter der ihn umgebenden Natur, und so entstand eine Fülle von Gedichten und anderen Texten, in denen sich jahreszeitliche Stimmungen finden und er dem Gleichnishaften von Frühling, Sommer, Herbst und Winter nachgeht.

Heute, zum kalendarischen Herbstanfang, grüße ich Sie mit einem seiner bekanntesten Herbstgedichte:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

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RPR1 "Angedacht": Alter Wein in neuen Schläuchen.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 22. September 2010:

Public Viewing ist ja schwer „in“. Spätestens seit der WM in Südafrika ist klar: Erst im Rudel macht Fernsehen wirklich Spaß. Man traute sich ja kaum noch, zu Hause alleine Fußball zu gucken.

Und schon wird Public Viewing als religiöses Phänomen gedeutet: als neues Wir-Gefühl mit eigenen Ritualen und Symbolen, als Mischung aus Open-Air Konzert und Kirchentag.

Keiner meiner Freunde hat mich während der WM gefragt: „Kommst du zu mir Fußball gucken?“ Nein, es hieß immer: „Kommst du heute zu mir? Wir machen Public Viewing.“ Am Ende haben sich ein paar Leute getroffen und zusammen Fußball geguckt mit Bier und Chips. Wie früher. Aber offenbar muss man manchen Sachen einen englischen Namen geben, damit sie wieder interessant werden.

Wie wär’s also, wenn sich die Kirche daran ein Beispiel nehmen würde und den Gottesdienst zum „Public Praying“ erklärte. Im Gottesdienst wird zwar nicht nur gebetet, sondern auch gesungen und zugehört. Aber trotzdem klingt Public Praying dynamisch und einfach nach viel Action.

Soll es in Zukunft also „Public Praying“ heißen statt „Gottesdienst“? Wenn es nach mir ginge, könnte der Name ruhig dergleiche bleiben. Wichtiger ist mir, dass sich der Inhalt verändert.

Inwiefern? Dass….. und dass ….

Sonst geht’s mir beim Public Praying wie beim Public Viewing: Ich erwarte etwas Besonderes und es gibt Fußball mit Bier und Chips.

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