RPR1 'Angedacht': Sich selbst besuchen
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 23. Mai 2008:
Wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal eine Freude gemacht? Eine Freude, nur Ihnen allein – ganz ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Wann habe ich mir zuletzt eine Freude gemacht, das habe ich mich gefragt, als mein Kalenderblatt mir für den Tag ein Zitat von Karl Valentin mitgegeben hat. „Heute mach ich mir eine Freude und besuche mich selbst.“
Mal wieder bei sich selbst zu sein und sich nicht um alles andere drehen, das erscheint mir sehr erstrebenswert. Doch dann mischt sich auch ein mulmiges Gefühl bei. Eine Freude nur für mich selbst, das klingt irgendwie auch egoistisch, als ob man sich nur um sich selbst drehen möchte.
Und doch, bei genauerem Überlegen kommt es mir gar nicht mehr so egoistisch vor, denn es ruft mich ja nicht auf, nur bei mir zu sein – als Dauergast etwa, sondern mich mal wieder zu besuchen. Neben all den Verpflichtungen anderen gegenüber auch mal wieder an mich zu denken, aufzutanken, um meinen eigenen Weg weitergehen zu können.
Für seinen Nächsten da sein, nicht wegzuschauen, wenn etwas passiert, und doch sich auch mal aus dem Trubel herausnehmen können. Bei aller Nächstenliebe sich selbst aber nicht zu vergessen.
Ich freue mich auf meinen Besuch. Und ich glaube, ich werde mir meine Lieblingsschokolade anbieten.
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Rockland 'Feels Like Heaven': Sozialstation - nach vorne schauen
Dekan Christian Rust, Rockenhausen, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 23. Mai 2008:
Bei der Eröffnung einer Gewerbeschau vor kurzem wies der Vorsitzende auf das breite Angebot der Messe hin. Der Vertreter der Stadt wiederum rühmte die gute Ausstattung der Stadt mit Geschäften. Dass in der Innenstadt einige Geschäftsräume leer stehen, erklärte er zu einer Randerscheinung und sagte: Solange wir nach vorn schauen können, haben wir auch eine Zukunft!
Ich will kein Spielverderber sein, auch kein Besserwisser.
Aber ich musste in diesem Moment an Menschen denken, die innerlich oder äußerlich, psychisch oder finanziell, familiär, gesundheitlich oder wirtschaftlich an einem Abgrund stehen. Ob man denen das mit dem Nach-vorn-Schauen auch sagen kann?
Dann habe ich beim Rundgang aber auch das Angebot meiner ökumenischen Sozialstation gesehen. Das richtet sich an Menschen, die Pflege, Begleitung und Betreuung brauchen. Die werden besucht und professionell versorgt. An-gehörige werden entlastet. Menschen können Gemeinschaft pflegen. Wir sind ein christlicher Dienstleister, sagt unser Geschäftsführer immer. Recht hat er.
Innerlich habe ich erst an dieser Stelle aufatmen können.
Denn ich sehe es so: Weil uns eine Zukunft verheißen ist, darum haben wir einen Weg. Darum können wir auch mit Hoffnung nach vorn schauen.
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