RPR1 'Angedacht': Solidarität - der Nächste ist Bruder und Schwester

Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 16. Juni 2008:

Heinz heißt der Fahrer des Paketdienstes. Ein, zwei Mal im Monat kommt er zu mir, immer wenn ich was bestellt habe.
Heinz gehört zu denen, die man als „Niedriglöhner“ bezeichnet: 6,80 kriegt er die Stunde bei einer 40-Stundenwoche. Und wenn man das alles zusammen-zählt, kommt er auf ein Monatsbrutto von bestenfalls 1.000 Euro. Das reicht hinten und vorne nicht.

Aber das ist noch nicht alles: Den Paketdienst macht Heinz mit seinem eigenen Auto. Das war die Bedingung des Zustellerdienstes. Das Auto könne er ja steuerlich absetzen, damit wurde er gelockt. Aber jetzt war kürzlich die Kupplung kaputt, und fast der ganze Monatslohn ging drauf. Es ist zum Verzweifeln, sagt Heinz.

So wie Heinz geht es vielen. Niedriglöhner, das sind: Zusteller, Wachleute, Pizzafahrer, Zeitarbeiter, Lagerarbeiter und viele, viele mehr. Menschen, die oft unendlich hart arbeiten und dennoch auf keinen grünen Zweig kommen. Nie!
Aber es ist kein Mitleid, was sie brauchen – Was sie brauchen, ist Solidarität! Und damit meine ich, dass wir umeinander wissen und aneinander Anteil nehmen. Wir Menschen leben nicht jeder für sich, wir sind vielmehr aufeinander angewiesen.

Solidarität, das heißt, dass es eine Umverteilung geben muss: Wer viel hat, muss anderen abgeben. Damit Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden. Das ist ein urchristlicher Gedanke: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst. Der Nächste ist nicht Konkurrent oder Rivale, er ist Bruder und Schwester, sagt die Bibel.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': "Ich bin da" - der Gottesname über dem Kinderbett

Heiner Eberhardt, Obernhof, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 16. Juni 2008:

Können Sie sich noch erinnern, was ihre Eltern Ihnen als kleines Kind ins Ohr geflüstert haben, wenn Sie krank waren oder sich gefürchtet haben? Oder was haben Sie selbst Ihren Kindern gesagt, wenn die Angst hatten, traurig waren, sich verletzt haben oder einfach mal in den Arm genommen werden wollten…?

„Ich bin da!“. „Ich bin doch da!“ In diese Worte legen wir Menschen unsere totale Zuwendung hinein, drücken bedingungslose Liebe und Nähe aus. „Ich bin da!“ vermittelt meinem Gegenüber tiefe Geborgenheit.

„Ich bin da“ – genau das sind die Worte, mit denen Gott sich im Volk Israel namentlich vorgestellt hat. Und eben dieser Name ist das Gegengewicht zu der schwerwiegenden Sehnsucht jedes Menschen nach tiefer, echter und anhaltender Beziehung.

Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sind. Faszinierend finde ich, dass alle Eltern, in allen Ländern und in allen Sprachen seit Menschengedenken über allen Kindern eigentlich den Gottesnamen „Ich bin da“ aussprechen.

Natürlich geht es hier zunächst nur um menschliche Zuwendung, Liebe und Geborgenheit, ohne die niemand leben kann. Genauso wenig möchte ich aber auf die Beziehung zu dem Gott verzichten, dessen Name sein Programm ist: Ich bin da!

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