RPR1 'Angedacht': Du sollst nicht töten!

Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 18. Juni 2008:

Die Zehn Gebote der Bibel haben über Jahrtausende das Leben geprägt. Doch heute zeigen Umfragen, dass viele Menschen die Zehn Gebote gar nicht mehr kennen. Ja, manch einer weiß noch nicht einmal, ob es nun drei oder sieben oder zehn Regeln waren, die Mose da niedergeschrieben hatte.
Dennoch, bei aller Unsicherheit: Eines der Zehn Gebote wird von den meisten mit großer Treffsicherheit genannt. Es lautet: „Du sollst nicht töten“.

Merkwürdig bloß, dass sich die Menschheit an dieses Gebot so wenig gehalten hat. Es wurden und werden Kriege geführt, es wird die Todesstrafe verhängt, es wird seit Neuestem sogar das Recht auf Tötung alter Menschen diskutiert – Fünftes Gebot hin oder her.

Fast scheint es so, als sei dieses Gebot das schlechte Gewissen der Menschheit. Bei jedem Selbstmordattentat, bei jeder Gewalttat junger Menschen gegen einen Alten, bei jeder Nachricht über eine Kindstötung – kommt einem in den Sinn: Du sollst nicht töten. Das geht unter die Haut, und das spürt man am eigenen Leib: Leben ist so verletzlich.

Das Fünfte Gebot ist wie eine Erinnerung daran, dass wir uns das Leben nicht selbst gegeben haben, sondern empfangen, wie ein Geschenk. Leben hat etwas Heiliges, etwas Unverletzbares. Das eigene wie auch das Leben ganz fremder oder gar ganz ferner Menschen.

Darum ist das Fünfte Gebot der Bibel so etwas wie der Herzschlag des Menschheits-gewissens: „Achte menschliches Leben. Es ist das Geschenk, von dem du selber lebst.“

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Altes Brot

Heiner Eberhardt, Obernhof, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 18. Juni 2008:

„Altes Brot ist nicht hart. Kein Brot, das ist hart“ – lese ich auf dem nostalgischen Schild über dem Brotregal in einer Bäckerei.

Ich glaube nicht, dass sich der Bäckermeister damit absichern will gegenüber unzufriedenen Kunden, oder verteidigen gegen den Vorwurf, er würde altes Brot verkaufen. Das könnte er sich ohnehin nicht leisten, wo heute fast jede Tankstelle frisch gebackene Brötchen verkauft und die Bakery Shops wie Pilze aus dem Boden schießen. Vermutlich hängt das Schild schon ziemlich lange dort, erinnert an alte und harte Zeiten, und eben auch an altes und hartes Brot.

In einer Zeit, in der sich drei Vorstadtrapper „Fettes Brot“ nennen und erfolgreich durch die Lande touren mit ihren Songs, ist es schon mal einen Gedanken wert: Was wäre denn, wenn … Was wäre denn, wenn wir eines Tages wieder mit weniger auskommen müssten? Was wäre denn, wenn wir uns begnügen müssten mit Grundnahrungs- mitteln, die nicht unbedingt immer knackig und fett und frisch wären?

Vielleicht würde uns dann das Jesus-Wort aus dem Neuen Testament auch wieder etwas bedeutungsvoller: „Ich bin das Brot, das von Gott gekommen ist und euch das Leben gibt. Jeder, der dieses Brot isst, wird ewig leben.“

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