RPR1 'Angedacht': Die Welt ohne uns
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 28. Juli 2008:
Die Bibel nennt uns „Kinder Gottes“. Wird die Welt Sehnsucht nach uns haben, wenn wir Menschen einmal nicht mehr sind?
Alan Weismann glaubt, eher nicht. In seinem Buch „Die Welt ohne uns“ betreibt der amerikanische Journalist ein wissenschaftliches Gedankenexperiment: Was wäre, wenn alle sieben Milliarden Menschen auf der Erde mit einem Schlag ausgelöscht wären?
Zwei Tage später – New Yorks U-Bahn-Schächte werden überflutet, sieben Tage: in den Atomkraftwerken gehen die Treibstoffvorräte zu Ende, die das Kühlwasser durch Notstromaggregat am Laufen halten. Ein Jahr später: Blumen wachsen auf den Straßen. Über 250 000 Jahre später: das Plutonium der Kernwaffen verliert sich in der natürlichen Hintergrundstrahlung der Erde…
„Die Welt ohne uns.“ Eine beeindruckende Bilanz. Weltuntergangsstimmung hilft aber dem gebeutelten Ökosystem nicht weiter. Was also tun? „Das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden.“ Kinder Gottes heißen wir. Werden wir unserem Titel endlich gerecht.
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Kronenkreuz in Gold
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 28. Juli 2008.
Es ist ein großer Tag im Leben von Frau K. Aufgeregt und mit roten Wangen sitzt sie auf dem Ehrenplatz. Immer wieder schaut sie zu ihrer Familie und ihren Freunden, lacht und schlägt aus Freude die Hände zusammen. Frau K. bekommt heute das Kronenkreuz der Diakonie in Gold für ihre 25-jährige Mitarbeit.
Frau K. kam mit dem Down-Syndrom zur Welt und arbeitet in einer beschützenden Werkstatt. Dort helfen ihr Fachleute, einfache Produkte für die Industrie selbst zu fertigen.
Einige Reihen hinter ihr auf einem ganz normalen Platz erlebt Frau M., die Chefin von Frau K., ebenfalls einen großen Tag. Ihr selbst wurde vor einem Jahr diese Ehrung zuteil. Damals dachte sie: Warum bekommen unsere gehandicapten Arbeiterinnen diese Auszeichnung nicht? Das Prinzip von gemeinsamer Teilhabe und Gleichstellung muss doch auch hier tragen. Ihr Vorstand gab ihr Recht.
Als Frau K. das Kronenkreuz an ihr Revers geheftet bekommt, klatschen alle und freuen sich. „Vor Gott sind alle Menschen gleich“, heißt es in der Bibel. Gut, dass Frau M. sich daran erinnert hat.
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RPR1 'Angedacht': Unternehmertum - Gott oder dem Mammon dienen?
Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Sonntag, 27. Juli 2008:
„Niemand kann zwei Herren dienen – Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Das sagt Jesus in der Bergpredigt. Das klingt nach: Geld, das ist vom Teufel. Als könne nur derjenige wirklich Jesus nachfolgen und wahrhaft gottesfürchtig sein, der auf jeglichen Besitz verzichtet. Und als würde beispielsweise den meisten Unternehmern sicher die Hölle winken.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Damit scheint alles zum Thema gesagt. Aber jetzt hat die Evangelische Kirche eine Denkschrift veröffentlicht, mit dem Titel: „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive“. Zu bestellen oder herunterzuladen auf www.ekd.de. Dort heißt es: „Die evangelische Gestalt des christlichen Glaubens hat zu unternehmerischem Handeln ein positives Verhältnis. Unternehmergeist und das Engagement für das Gemeinwohl sind als Tugenden in der evangelischen Tradition fest verankert.“
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Entscheidend ist das Wörtchen „dienen“. Es geht nicht darum, das Geld ganz allgemein zu verteufeln, die Wirtschaft abzuschaffen, sich nicht um die Altersvorsorge zu kümmern. Aber: Du sollst nicht dein Herz dran hängen. Du sollst das nicht zum Götzen machen, dem du dich unterwirfst, so dass du alles andere vergisst und deinen Mitmenschen gegenüber rücksichtslos wirst. Diene zuallererst Gott; richte an ihm und seinen Geboten dein Denken und Handeln aus – dann gibst du ganz von selbst dem Mammon den Stellenwert, der ihm zukommt.
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- Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Summ, summ, summ
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Sonntag, 27. Juli 2008:
Sicher kennen Sie das Kinderlied: „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum. Ei, wir tun dir nichts zuleide, flieg’ nur auf durch Wald und Heide. Summ, summ, summ, Bienchen, summ herum.“ Schön wär’s. Aber die Realität sieht anders aus. Wenn die Bienen durch Wald und Heide fliegen, hier und da nach Nektar suchen, dann sind sie großen Gefahren ausgesetzt.
In vielen Pflanzen ist nämlich das Pflanzen- und Nervengift Clothianidin versteckt. Allein in Baden-Württemberg hat dies das Leben von 20.000 Bienenvölkern gekostet. Daher schlagen die Imker mit Recht Alarm. Denn achtzig Prozent der Nutzpflanzen werden in Europa von Bienen befruchtet. Mehr als ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist ohne die Bienen nicht denkbar.
Deshalb gehen die Imker auf die Barrikaden und fordern zusammen mit Umweltverbänden und Kirchen, das todbringende Pestizid zu verbieten.
Die Bibel übrigens rühmt den Fleiß der Bienen, der sowohl den Königen und Königinnen als auch dem normalen Volk Gesundheit schenkt. Sie bewundert die Bienen, weil sie trotz ihrer Kleinheit süßeste Frucht hervorbringen. Recht hat sie.
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Evangelischer Kirchenbote: Gewaltszenen unter die Lupe genommen - Ulrike Nickel von der Prüfstelle für jugendgefährdende Medien beklagt Zunahme rechtsradikaler Medien
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 30/2008:
Gewaltszenen unter die Lupe genommen
Kinder und Jugendliche haben Zugang zu einer Vielfalt von Medien. Doch oft verstoßen Videos, Computerspiele und gewaltverherrlichende Liedtexte gegen das Jugendschutzgesetz. Ulrike Nickel gehört der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien an.
(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)
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Evangelischer Kirchenbote: Auf der endlosen Hatz nach dem Jackpot im Automaten - Diakonie in Neustadt an der Weinstraße bietet Hilfe bei Glücksspielsucht
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 29/2008:
Auf der endlosen Hatz nach dem Jackpot im Automaten: Rainer K. ist seit fast 20 Jahren glücksspielsüchtig – Fachstelle der Diakonie in Neustadt bietet in einem bundesweiten Projekt Hilfe an
Irgendwann konnte Rainer K. einfach nicht mehr aufhören. Er versank im Bann der blinkenden Lichter des Spielautomaten. „Mein ganzes Denken und Handeln drehte sich nur noch ums Spielen“, erzählt der 47-Jährige. Seit einem Vierteljahr lässt er sich in der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Pfalz in Neustadt helfen, von seiner Glücksspielsucht wegzukommen.
(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)
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RPR1 'Angedacht': Gute Nachrichten
Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 19. Juli 2008:
Die Welt ist schlecht. Könnte man glauben, wenn man Nachrichten hört. Und liest. Und sieht. Jeden Tag Berichte über verwahrloste Kinder, Krieg, Klimakatastrophe. Weg damit.
Her mit den guten Nachrichten über glückliche Kinder, Friedensschlüsse, Bewahrung der Schöpfung. So etwa muss es sich der Senat des rumänischen Parlaments gedacht haben, als er im vergangenen Monat einstimmig beschlossen hatte, Radio und Fernsehen müssten künftig gleich viele gute wie schlechte Nachrichten verbreiten. Mit dem Gesetz wollten die Politiker „das allgemeine Klima verbessern“ verbessern, eine „emotional und mental ausgeglichene Sicht auf das tägliche Leben“ ermöglichen.
Die Welt ist gut. Sollte man glauben. Aber schon kommt wieder eine schlechte Nachricht: Das rumänische Verfassungsgericht hat das neue Gesetz gekippt. Das neue Gesetz sei schlicht verfassungswidrig. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf täglich gute Nachrichten. In Rumänien nicht. Und bei uns auch nicht.
Was tun? Ich meine: Weiter gute Nachrichtensendungen hören. Bei RPR zum Beispiel. Die einzelne Nachricht aber muss die Realität wiedergeben. Sei sie gut oder schlecht.
Und doch kann man täglich „die Gute Nachricht” hören. Zum Beispiel bei RPR. Der Titel der täglichen guten Nachricht heißt „Angedacht“. Und die „Gute Nachricht“ ist nichts anderes als das deutsche Wort für „Evangelium“. Davon erzählen wir. Täglich. Vom Evangelium, der Guten Nachricht. Von Gott und der Welt. Ganz ohne Gesetz. Aus freien Stücken. Die Gute Nachricht. Für einen guten Tag. Auch morgen wieder.
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