RPR1 'Angedacht': Alles XXL
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 12. September 2008:
Drei Meter Durchmesser hat das größte Schnitzel der Welt – bis jetzt. Es wird nicht lange dauern, bis auch dieser Rekord von einem noch größeren Schnitzel abgelöst wird. XXL ist angesagt. Nicht nur bei Hochhäusern und Flugzeugen geht man bis an die Grenze des Machbaren. Auch in der Küche tobt der Größenwahn, und Fressrekorde sind derzeit der Quotenhit.
Im XXL-Restaurant wird auch der größte Hunger gestillt: Mit Schnitzel, Wurst oder Burger in Übergröße. Da macht auch der größte Esser irgendwann schlapp. Geschmack ist Nebensache. Hauptsache viel und Hauptsache billig. Geiz ist geil, aber wer sagt, dass man deshalb hungern soll?
Die XXL-Portion ist ein modernes Speisungswunder – wenn auch in umgekehrter Form. Nicht: Viele werden von Wenigem satt, sondern: Einer wird von Vielem satt. Kein Wunder, dass dann die Hälfte übrig bleibt.
Ein Wunder ist, was die Bibel von Jesus erzählt: 5000 Menschen haben Hunger und nichts ist da, womit man sie satt bekommen kann. Nur fünf Brote und zwei Fische – das funktioniert nie, finden die Jünger. Eine XXS-Portion für eine XXL-Menge – das wäre ein echtes Wunder. Und es gelingt. Am Ende sind alle satt. Und vom Rest könnte man noch mal ein Festessen veranstalten.
„Viel für einen“ ist keine Kunst. „Genug für alle“ schon. Mehr noch: Es ist ein Wunder. Eins, das möglich ist. Genug für alle statt viel für einen. Davon bekäme man die ganze Welt satt!
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Kinderarmut
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 12. September 2008:
Verwahrloste Kinder und Jugendliche lungern in der Stadt herum. Mit Betteln und Stehlen halten sie sich über Wasser. Immer tiefer rutschen sie ab, ohne Aussicht auf eine Besserung ihrer Lebenssituation.
Johann Hinrich Wichern konnte und wollte dieser Entwicklung nicht weiter zusehen. So gründete er genau heute vor 175 Jahren in Hamburg das Rauhe Haus, ein Rettungshaus für verwahrloste und verwaiste Kinder. Dort wurden die Kinder betreut und gefördert, erhielten eine Ausbildung und konnten so ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Wichern sah in Kindern die Zukunft der Gesellschaft, deswegen wollte er alles für sie tun, um ihnen eine gute Lebensperspektive zu bieten.
Auch heutzutage leben immer mehr Kinder in Armut. Von Anfang an sind sie benachteiligt, im Kindergarten und in der Schule. Später dann finden sie keinen Ausbildungsplatz, haben keine Zukunftsperspektive.
Das Jubiläum des Rauhen Hauses erinnert uns heute daran: Kinderarmut ist ein Skandal, der in einer reichen Gesellschaft wie der unseren nicht hingenommen werden kann. Wir brauchen mutige Ideen wie die von Johann Hinrich Wichern, um auch unseren Kindern heute eine gute Zukunft zu bieten.
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