RPR1 'Angedacht': Wein - Der Rausch des ersten Winzers
Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 11. Oktober 2008:
Herbstzeit, Erntezeit, Festzeit. Weinfestzeit. Wie diese Woche in Neustadt. Das Deutsche Weinlesefest wird gefeiert. Ein Erntedankfest der Winzer sozusagen.
Der erste Winzer, von dem die Bibel erzählt, war Noah. Ja, genau, der Noah, der sich vor der großen Sintflut retten kann. Oder besser, von Gott gerettet wird. Weil er ein frommer Mann war.
Und dieser Noah kennt den Segen des Weins. Und den Fluch. Er trinkt soviel von seinem Wein, dass er besoffen wird und in seinem Zelt einschläft. Dies allein schildert die Bibel ganz nüchtern. Dass Noah nicht ganz nüchtern war, das folgt aus der restlichen Schilderung. Nicht die Tatsache, dass der Winzer Noah einschläft treibt die Geschichte weiter, sondern, dass er nackt ist, als er einschläft. Denn Nacktheit gilt als Schande.
Diese Schande nun nutzen Noahs Söhne unterschiedlich aus. Während einer der Söhne – er heißt Ham – den Vater einfach liegen lässt, decken ihn die beiden anderen – sie heißen Sem und Jafet – zu. Ham wird bestraft. Er muss sich seinen Brüdern Sem und Jafet unterordnen.
Natürlich erzählt die Geschichte nicht bloß von den Folgen eines gewöhnlichen Rausches. Mit ihr will die Bibel die späteren Machtverhältnisse der Völker erklären. Will begründen, warum Israel – die Nachkommen Sems sozusagen – über die Völker Kanaans – die Nachkommen Hams – triumphiert.
Aber immerhin hat der Wein und seine Folgen damit ein Stück Weltgeschichte geschrieben! Denken Sie daran, nicht nur diese Woche beim Weinlesefest.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:36min / 3 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Wasser zu Wein
Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 10. Oktober 2008:
Herbstzeit, Erntezeit, Festzeit. Weinfestzeit. Wie diese Woche in Neustadt. Das Deutsche Weinlesefest wird gefeiert.
Das Neue Testament erzählt davon, dass Jesus zu verschiedenen Gelegenheiten den einen oder anderen Becher Wein getrunken hat. Zum Beispiel bei einer Hochzeitsfeier. Fröhlich ging es dabei zu. Neben gutem Essen gab es auch guten Wein. Wie es sich eben bei einer Feier gehört. Bis, ja bis der Wein ausging. Kein Tropfen war mehr in den Gläsern, die Weinkrüge ausgetrunken. Unfassbar.
Wäre, ja wäre da nicht Jesus unter den Gästen gewesen. Er macht das Unmögliche wahr. Er verwandelt Wasser in Wein. Er sorgt dafür, dass die Hochzeitsgesellschaft weiter fröhlich feiern kann.
Ausgerechnet dieses Wunder war das erste, das Jesus öffentlich tat. Ein erstes Zeichen. Ein Zeichen seiner göttlichen Macht, ein Zeichen dafür, dass er das Leben liebt und die Menschen, ein Zeichen, dass Gott uns Menschen nahe ist. Die Fülle des Lebens, die Gott uns schenkt, kommt in dieser Geschichte zum Ausdruck. Indem wir reinen Wein eingeschenkt bekommen.
Das Wein-Wunder ist ein schönes Zeichen, finde ich. Denn es räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass fromme Menschen immer freudlose Menschen sein müssen. Denken Sie daran, nicht nur diese Woche beim Weinlesefest.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:30min / 2.8 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Wein - Gebrauch und Missbrauch
Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 9. Oktober 2008:
Herbstzeit, Erntezeit, Festzeit. In Neustadt wird diese Woche das Deutsche Weinlesefest gefeiert. Das große Erntedankfest der Winzer. Die meisten Trauben sind gelesen und der neue Wein gärt in den Kellern.
Auch für Christen ein Anlass zum Feiern. Denn der Wein ist ganz eng mit unserer christlichen Lebenskultur verbunden. In einem Psalm wird Gott für die Gabe des Weins gepriesen, der „des Menschen Herz erfreut“. (Ps 104, 15).
Über zweihundert Gleichnisse in der Bibel betreffen den Wein. Allerdings nicht nur seinen vernünftigen Gebrauch, sondern auch seinen Missbrauch. Von beidem wird im Buch Jesus Sirach berichtet:
“Der Wein erquickt den Menschen das Leben, wenn man ihn mäßig trinkt. Und was ist das Leben ohne Wein? Der Wein ist geschaffen, damit er die Menschen fröhlich machen soll. Der Wein, mäßig getrunken, erfreut Leib und Seele.
Aber wenn man zuviel trinkt, bringt er Herzeleid, da man sich reizt und miteinander streitet. Die Trunkenheit macht einen tollen Narren noch toller, dass er trotzt und pocht, bis er wohl geschlagen und verwundet wird.
Beschimpf deinen Nächsten nicht beim Wein und schmähe ihn nicht in seiner Freude. Beschimpf ihn nicht und dränge ihn nicht, zu bezahlen, was er dir schuldig ist.” (Jesus Sirach 31,32- 40)
Was lernen wir also aus den biblischen Erfahrungen? In Maßen genossen, erfrischt und belebt der Wein den Menschen. Aber wer ihn im Übermaß zu sich nimmt, bereut das später bitter. Denken Sie daran, nicht nur diese Woche beim Weinlesefest.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:36min / 3 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'angedacht': Welthospiztag - In Würde sterben dürfen
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 8. Oktober 2008:
Alles begann mit einem Konzert 1988 vor dem Princess Alice Hospiz in London, bei dem Spenden und Fördergelder eingenommen werden sollten. Heute ist es eine weltweite Aktion, die Anfang Oktober auf die Arbeit und die Notwendigkeit von Hospizen hinweist.
Denn warum gibt es in jeder Stadt Schwimmbäder oder Bibliotheken, das Rathaus oder Kirchen, aber kein Haus, in dem man in Würde sterben kann? Genau das ist nämlich die uralte Idee, die hinter dem Hospiz steht: ein Haus, in dem man in Würde sterben darf. Klar, das ist kein einfaches Thema. Das lässt niemand gerne an sich heran. Man geht halt viel lieber ins Schwimmbad oder die Bibliothek, ins Rathaus, oder wenn es sein muss auch in die Kirche! Trotzdem: ein Haus, in dem man in Würde sterben darf, das gehört in jede Stadt und das ist genau das Anliegen des Welthospiztages.
Unglaublich, wie viele Menschen sich hier ehrenamtlich oder als Mediziner engagieren. Glaubhaft leben sie den Gedanken, dass der Tod nun mal zum Leben dazu gehört. Und ich glaube, dass dieses Engagement, diese menschliche Zuwendung und Solidarität jede Unterstützung verdient hat, nicht nur heute, damit das Leben ein gutes Ende findet.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:20min / 1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Gute Nachricht für Weniglächler
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 7. Oktober 2008:
„Sag mal cheeeese, Ameisenkacke oder Mahmehlahde!“ Was macht man nicht alles, um ein halbwegs ordentliches Porträt zu bekommen. Das Bild soll doch schön werden und die Leute drauf freudig aussehen! „Bitte lächeln!“, das wünscht sich jeder Fotograf, mit dem Finger am Auslöser.
Dieser Stress könnte bald vorbei sein, denn es gibt ja nichts, was nicht irgendwann erfunden wird. Und so gibt es jetzt eine Kamera mit Lächelfunktion. Der „Smile-shutter“ schaltet sich automatisch ein und macht Fotos, wenn die Mundwinkel zucken. Eine gute Nachricht für Technik-Freaks und Weniglächler.
Wenn jemand mit einer Kamera vor uns herum fuchtelt und unbedingt Bilder von uns machen will, dann ist das nicht immer ein Grund zur Freude. Aber die Hoffnung auf echte Freude, die spricht aus dem Monatsspruch für den Oktober:
„Du – Gott – machst fröhlich, was da lebt im Osten wie im Westen“ (Psalm 65,9). Wir sind ja schon froh, wenn es zwischen dem Osten und dem Westen nicht zu noch größeren Spannungen kommt.
Freude kommt auch bei denen auf, die heute frisch, fromm, fröhlich und frei aus dem Bett aufstehen und den Tag genießen können. Ich hoffe, Sie gehören dazu – egal ob mit oder auch ohne Kamera mit Lächelfunktion.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:21min / 1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Hopfen und Malz - Gott erhalt's!
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 6. Oktober 2008:
„Hopfen und Malz – Gott erhalt´s!“ Wer kennt ihn nicht, diesen alten Spruch der Braumeister? Und wer hat ihn nicht schon einmal bei einer fröhlichen Bierrunde zitiert?
Seit 1516 darf laut deutschem Reinheitsgebot nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden. Nichts Zusätzliches, keine Chemie, nichts Künstliches. Gut so.
Trotzdem steht im Sudhaus einer großen Pfälzer Brauerei ein ganz anderer Spruch in Riesenlettern an der Wand. Da steht, was noch dazu muss, damit das Bier gut und besonders wird. Der Spruch lautet: Gott geb Glück und Segen drein!
Das heißt nun nicht, dass das Bierbrauen ein reines Glücksspiel wäre – nein, da ist nach wie vor viel altes Handwerkswissen gefragt. Und ein Glück und ein Segen ist es ja auch, wenn das Bier in Maßen genossen und in fröhlicher Runde getrunken wird.
Seit vielen Jahren hält dieser Vers die Erinnerung wach: trotz aller Automatisierung, aller technischen Neuerungen, aller professionellen Vermarktung – ohne Gottes Segen, seiner lebensspendenden und lebensbejahenden Macht, gelingt nichts. Und dann ist das Glück vollkommen, wenn aus seinem Segen und unserer Anstrengung etwas herauskommt, was allen schmeckt!
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:18min / 0.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Erntedankfest - Wir danken fest für die Ernte
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 5. Oktober 2008:
Heute ist Erntedankfest – das heißt, wir danken fest für die Ernte. Früher war es ein richtiges Erntefest, an dem gedankt wurde. Gedankt dafür, dass die Ernte gut ausgefallen war und der Winter nun kommen konnte.
Bis heute sind die Altäre in den Kirchen wunderbar geschmückt. So ein Rest-Dank hat sich noch erhalten, auch wenn wir zu jeder Zeit in den Geschäften und auf den Märkten alles bekommen können, was wir wollen. Wie gut, dass uns dieser Luxus noch nicht ganz selbstverständlich ist und dass es noch dieses Gespür gibt, für die Ernte zu danken.
Wir feiern heute Erntedank und erinnern uns gleichzeitig auch an das, was uns geschenkt wird, ohne dass wir etwas dafür tun müssen: Nahrung für Leib und Seele. Das Brot, das andere für uns backen, gute Worte, die uns aufrichten, Augenblicke des Glücks, die wir erleben. Ernte, die wir einfahren, ohne je etwas ausgesät zu haben. Den Frieden, den wir genießen, die Möglichkeiten, die uns geboten werden.
Das Wort „Danke“ sollte einen wichtigen Platz in unserem Grundwortschatz einnehmen und der Tag heute erinnert uns alle daran. Wem könnten Sie heute „Danke“ sagen?
Ich danke Ihnen auf jeden Fall, dass sie mir zugehört haben.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:13min / 0.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
Alle Beiträge