RPR1 'Angedacht': Einbürgerungstest für Gott

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 4. Dezember 2008:

Ob Gott einen Einbürgerungstest in unsere Menschenwelt bestehen würde? Wie sähe so ein Einbürgerungstest für Gott überhaupt aus? Unter welchen Voraussetzungen würden wir ihn hereinlassen zu uns? Ihn bei uns aufnehmen? Ihn als einen von uns anerkennen?

Würden wir da zuerst mal aufs Äußere schauen? Und was würden wir dann sehen? Seinen Thron aus Gold, auf dem er sitzt, umgeben von Glanz und Gloria? Hätte er einen langen weißen Bart? Nein. Das ist doch eher Unsinn.

Im Evangelium nach Johannes, im ersten Kapitel heißt es: Gott wurde ein Mensch, ein wirklicher Mensch von Fleisch und Blut. Er lebte unter uns.

Das ist das Einbürgerungskriterium für Gott: Er muss ein wirklicher Mensch werden. Aber wie sieht das konkret aus? Ist Gott dann ein Held, ein König, ein General, ein Präsident, ein Olympionike, ein Weltmeister, ein Star?

Sehen Sie sich um auf dieser Welt mit viel Freude und Schönem, aber auch mit so viel Leid und Schmerz. Ich behaupte: Wenn Gott wirklich Mensch sein will, dann muss er fähig sein zu leiden.

Das ist der Einbürgerungstest, den Gott in Jesus bestanden hat: Er kommt zur Welt in einer der Höhlen Bethlehems. Weil Herodes wütet, wird er zum Flüchtlingskind. Seine Eltern sind arme Leute. Als Erwachsener lebt und arbeitet Jesus unter Kranken, Ausgestoßenen und dem Gesindel. Schließlich wird er auf die grausamste Weise hingerichtet.

Deshalb hat Gott es geschafft. Er hat den Einbürgerungs-Test bestanden. Er ist in Jesus Mensch geworden. Er ist einer von uns.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Barbarazweige

Pfarrerin Christine Gölzer, Speyer, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 4. Dezember 2008:

Ihr Leben schien vorbestimmt: Im dritten Jahrhundert als Tochter eines reichen Kaufmanns geboren, sollte sie natürlich heiraten, möglichst einen reichen Mann. Damit ihm da nichts dazwischen kam an Liebe oder anderen Katastrophen, sperrte ihr Vater sie in einen Turm, wenn er verreiste. Er wollte auch nicht, dass sie Christin wird. Das jedoch konnte er nicht verhindern: Sie tauschte Briefe mit ihrem christlichen Lehrer, und dieser taufte sie schließlich, als Arzt verkleidet.

Ihr Vater verzieh ihr das nie. Er ließ sie verprügeln, foltern, doch Barbara blieb standhaft. Sie wollte Christin sein. Dafür wurde sie zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich ein Kirschbaumzweig in ihrem Kleid. Sie stellte ihn in ihren Becher, und am Tag ihrer Hinrichtung blühte er.

So die Legende über Barbara. Bis heute schneiden Menschen an diesem Tag Zweige, damit sie an Weihnachten blühen – ein schönes Symbol für die Kraft dieses Festes jenseits von Konsum und Kitsch: Gott lässt aus dürrem Holz Leben entstehen, in allen menschlichen Dunkelheiten ist er Licht und Blüte.

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