RPR1 'Angedacht': Nikolauskennzeichen
Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 6. Dezember 2008.
Ich hatte über viele Jahre ein Auto mit einem wunderbaren Nummernschild. Und auf dem stand WW-EV 6 12. EV, heißt das evangelisch? wurde ich oft gefragt.
Ich kann mir Autokennzeichen nicht gut merken und baue mir gern eine Eselsbrücke. In diesem Fall hieß sie: Für den Westerwald – die gute Nachricht – vom Nikolaustag, WW-EV-6 12. Im Westerwald – WW – lebe ich. EV – das steht für Evangelium, zu deutsch gute Nachricht. 6 12 – ganz klar, das kann nur der Nikolaustag sein.
Nikolaus war im vierten Jahrhundert Bischof der Stadt Myra in der heutigen Türkei. Er predigte die gute Nachricht und lebte sie auch. In der Legende sorgt er dafür, dass in der Zeit der Hungersnot die Menschen und besonders auch die Kinder Korn bekommen und überleben können. Großzügig verschenkt er sein ererbtes Vermögen und sein Gold an Arme und rettet so ihr Leben.
Nikolaus macht, was Jesus ihm vorgemacht hat. Jesus hat sich selbst verschenkt an uns Menschen und ist durch sein Leben und Sterben unser Retter geworden.
Schenken steckt an. Durch Jesus werden uns Vergebung und Gottes Liebe geschenkt. Und deshalb können auch wir ohne Geiz andere beschenken, so wie Nikolaus. Das ist die gute Nachricht dieses Tages und wird nur selten im Jahr so deutlich wie am 6.12.
Und jetzt wünsche ich allen einen übervollen Stiefel!
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Vorbild Nikolaus
Pfarrerin Christine Gölzer, Speyer, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 6. Dezember 2008:
Dem Henker entreißt er das Schwert und rettet damit Todgeweihte; drei Mädchen bewahrt er mit Goldklumpen vor der Prostitution; Tote erweckt er zum Leben, und eine ganze Stadt rettet er vor der Hungersnot. Viele Legenden ranken sich um Nikolaus, den Bischof von Myra aus dem 4. Jahrhundert. Gesichertes gibt es wenig. Als Sohn reicher Eltern soll er sein Erbe an die Armen verteilt haben. Und weil er zu Lebzeiten so vielen geholfen hat, wurde er zu einem der wichtigsten Heiligen. Seefahrer, Kaufleute, Kinder und noch viele andere wählten ihn zu ihrem Schutzpatron.
Und bis heute ist er aus der Adventszeit nicht wegzudenken: er schenkt, er lobt und straft, auch wenn er etwas gelitten hat unter seiner Weihnachtsmannverwandtschaft, die sich viel besser vermarkten lässt.
Wenn wir Protestanten auch keine Heiligen verehren, so ist uns dennoch dieser alte Bischof als Vorbild wichtig. Ihm ging es ums Teilen, fremde Not berührte, ihn und er versuchte zu helfen, wo er nur konnte. Die Worte Jesu, „was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ – er versuchte sie zu leben. Davon können wir uns alle eine Scheibe abschneiden.
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