RPR1 'Angedacht': Chocolat...
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 11. März 2009:
Verzichten Sie während der Fastenzeit auf Schokolade?
Dann passen Sie jetzt besonders gut auf: Denn ich starte hier und heute einen Verführungsversuch. Mit dem Filmtipp für die Fastenzeit: Mit „Chocolat“, einem Film über falsch verstandenes Fasten und über den Weg, unsere Augen für das Wesentliche zu öffnen:
Ein Dorf in Frankreich ist geprägt von strengen religiösen Sitten und Moralvorstellungen. Da erscheint mitten in der Fastenzeit die lebenslustige Vianne, um eine Chocolaterie zu eröffnen. Die zarte Versuchung aus der Kakaobohne erscheint dem strengen Bürgermeister als eine reine Sünde.
Er fordert zum Boykott der feinen Leckereien auf … bis, ja bis … die ersten Dorfbewohner die neuen Lebensfreuden entdecken.
Für jede Not, jede Sorge, jedes Problem hält Vianne die richtige Schokolade bereit. So pflanzt sie mit ihrer Schokolade … Liebe … an einem Ort, an dem bis dahin Schuldgefühle
dominiert haben.
Ich weiß, der Begriff „Fasten“ hat es in sich: Viele setzen ihn einfach mit „Verzicht“ gleich – ohne daran zu denken, dass „Fasten“ auch Genuss bedeuten kann:
Den Genuss, wieder zu sich selbst und zu anderen Menschen zu finden … vielleicht auch zu Gott? Und warum nicht mit einer guten Schokolade?
Im Film „Chocolat“ drückt es die Hauptdarstellerin Vianne übrigens so aus: „Ich glaube, das einzige, was zählt, ist, dass man glücklich ist. Glück. So simpel wie eine Tasse Schokolade oder so kompliziert wie das Herz: Bitter. Süß. Lebendig.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Weltwirtschaftskrise
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 11. März 2009:
Manchmal ist es schon verblüffend, wie sich Geschichte wiederholt. Gerade mal 80 Jahre ist es her, dass das damalige Wirtschaftssystem in sich zusammenbrach. Den Goldenen Zwanzigern folgte der sog. „schwarze Freitag“ und infolge der größte Wirtschaftscrash aller Zeiten.
Inflation und Massenarbeitslosigkeit waren die Folge – ein sehr guter Nährboden für den Nationalsozialismus. Damals haben die Kirchen zu wirtschaftlichen und politischen Fragestellungen meistens geschwiegen.
Heute ist das anders: Die Kirchen stehen an der Seite der Menschen, welche die Suppe auslöffeln müssen, die andere ihnen eingebrockt haben.
Die Kirchen sind dabei, wenn für den Erhalt von Arbeitsplätzen demonstriert wird. Die Kirchen fordern Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft: nicht mehr das Wohl einiger Weniger soll im Blick sein, sondern eine Zukunft mit Solidarität und Gerechtigkeit für alle Menschen.
Die Kirchen stehen auf der Seite derjenigen, die Angst haben. Die Not leiden, die nicht wissen, was Ihnen die Zukunft bringt. Die Kirchen knüpfen damit an das , was Jesus so ausgedrückt hat: was ihr meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.
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