RPR1 'Angedacht': Gefährlicher Zeitgeist

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Pfingstsonntag, 31. Mai 2009:

Und einen Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag an die Kirche! Heute an Pfingsten hat Gott den Menschen seinen Geist geschenkt. So hat dann mit Petrus die Geschichte der Kirche angefangen. Das war vor knapp 2000 Jahren.

Eine lange Zeit, in der die Kirche sich auch schuldig gemacht hat. Sie hat Andersgläubige verbrannt, Kreuzzüge geführt und geschwiegen, wenn Menschen Unrecht zugefügt wurde.

Zum Beispiel bei der Vernichtung der Juden und vieler anderer durch die Nazis. Damals hat die Kirche sich dem Staat angepasst und Hitler als ihren Heiland betrachtet.

Aber es gab auch kleine Lichtblicke in dieser Zeit: zum Beispiel am 31. Mai 1934, auf den Tag genau heute 75 Jahren. Da ist in Wuppertal ein dreitätiges Treffen von Christen zu Ende gegangen, die protestiert haben gegen das Verhalten der Kirche.

Nicht Hitler, sondern allein Jesus Christus ist Herr der Christen und der Kirche – so lautete in Kurzform das Bekenntnis. Und das ist auch aufgeschrieben worden. Schwarz auf weiß.

Gut, ich gebe zu, das ist lange her. Und mit Recht kann man fragen: was haben wir heute noch davon? Mir persönlich schenkt der alte Text Mut. Weil er mir klar macht: Es ist gut, wenn ich nicht jedem Zeitgeist hinterher laufe, sondern auf Jesus Christus schaue und mein Leben an seinem Maßstab ausrichte. An dem, was er gesagt und getan hat.

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Notenblätter vor dem Ertrinken gerettet

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 22, zum 31. Mai 2009.

(Sprecher: Dejan Vilov)

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Silbermedaille in Bremen

Die Pälzer Parre belegen bei den German Popen Open auf dem Kirchentag den zweiten Platz.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Das Wandern ist des Müllers Lust

Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 23. Mai 2009:

„Das Wandern ist des Müllers Lust“ – ja und meine auch. Es muss gar kein Pilgerweg sein oder über den Ural oder durch die Anden führen. Mir reicht es schon ganz hier in der Nähe, in unserer schönen Natur. Einfach so, einfach wandern. Ordentliche Schuhe, ein kleiner Rucksack und los geht´s.

„Entschleunigung“ heißt dann das Stichwort. Nicht durchheizen und möglichst schnell von A nach B kommen, sondern ganz gemütlich unterwegs sein, jeden Schritt genießen.

Und es dauert gar nicht lange, dann wird der Weg zu einem Erlebnis, da werden alle Sinne geschärft und ich bin dann auch mal weg – ganz weit in Gedanken und vor allem, ganz weit von meinem Alltag entfernt.

Wandern, das ist für mich eine wunderbare Möglichkeit mit anderen und mit Gott ins Gespräch zu kommen. In aller Ruhe und ohne Hektik kann ich Dinge mit anderen besprechen, über Wünsche, Träume, Hoffnungen und auch Sorgen reden. Aber auch das Schweigen muss nicht peinlich sein.

Der berühmteste Wandervers der Bibel steht in Psalm 23: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir!“ Auch wenn kein Mensch mitgeht, wir wandern niemals allein. Gott ist mit uns auf allen unsern Wegen.

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RPR1 'Angedacht': Sie haben die Wahl!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 23. Mai 2009:

Heute wird gewählt – und zwar der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin. Horst Köhler oder Gesine Schwan.

Gewählt wird alle fünf Jahre. Immer so wie heute am 23. Mai. Der Grund: Am 23. Mai ist Verfassungstag. Heute vor 60 Jahren hat der Parlamentarische Rat das Grundgesetz verabschiedet. Deutschland wurde dadurch zur Demokratie und zum Rechtsstaat.

Alles, was der Staat tut, muss sich seit dem an den Normen orientieren, die das Grundgesetz verbindlich vorgibt: Freiheit, Gleichheit, Menschenwürde – „im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“, so heißt es in der deutschen Verfassung.

Das Grundgesetz sagt ganz klar: der Staat und seine Vertreter kriegen ihre Macht von den Menschen, nicht von Gott. Aber sie müssen sich vor beiden verantworten: vor den Menschen und vor Gott.

Damit sind die Verhältnisse klar. Gut, dass das so im Grundgesetz steht. Und gut auch, dass bisher alle Versuche gescheitert sind, den Hinweis auf Gott aus der Verfassung zu streichen. Die gab es nämlich, und je mehr die Kirchen an Boden verlieren, um so lauter werden diese Stimmen.

Ohne den Hinweis auf Gott wäre der Mensch wieder die letzte und höchste Instanz. Wohin das führen kann, haben wir bei Hitler und den Nazis gesehen.

Besser also, es bleibt wie es ist: Mit einer klaren Ansage, dass es eine Grenze zwischen Mensch und Gott gibt. Und dem Hinweis, dass wir unser Handeln im Himmel und auf der Erde verantworten müssen.

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RPR1 'Angedacht': Mehr Christ als Du denkst!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 22. Mai 2009:

„Du bist mehr Christ als du denkst“. Das hatte ich so noch nie gehört. Es ging mal wieder um die Frage, wozu Religionsunterricht gut ist und warum das Christentum in den Stundenplan gehört. „Weil du mehr Christ bist als du denkst“.

Klingt einleuchtend – zunächst. Demnach ist jede und jeder wenigstens ein bisschen Christ.
Für alle Getauften gilt das sowieso: Wer getauft wurde, ist Christ. Von Gott her besteht diese Verbindung lebenslang.

Aber was ist mit den Nicht-Getauften und den Noch-nicht-Getauften? In meinem Unterricht sitzen viele davon. Dazu die vielen, denen trotz Taufe der Glaube trotzdem fremd ist.

Ich mache das Christsein deshalb schon lange nicht mehr nur an der Taufe fest. Das Christentum hat unsere Kultur beeinflusst – und zwar nicht nur Goethe, Dürer und Bach. Auch Rock, Pop und Werbung haben die Bibel für sich entdeckt und benutzen gerne religiöse Bilder.

Mir wäre es natürlich lieber, wenn Religion nicht nur die Werbung bebildern, sondern die Herzen der Menschen ansprechen würde. Aber vielleicht tut sie es ja, ohne dass man’s immer merkt.

Genau das ist meine Hoffnung: Dass es unterschwellig viel mehr Christen gibt, als die offiziellen Statistiken melden – ob getauft oder nicht. Menschen, die in dem, was sie glauben und tun Christen sind. Ohne dass ihnen das immer klar ist.

Nehmen sie’s deshalb mit als Ermutigung für diesen Tag: „Du bist mehr Christ als du denkst.“

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Rockland Radio "Feels like heaven": Versöhnung ist spürbar

Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 22. Mai 2009:

Herzlich willkommen, hello, nice to meet you, schön, dass ihr da seid, it´s great to see you… so ungefähr hört sich das an, wenn Gäste aus unserer Partnergemeinde in England zu uns kommen.

Bei unserem ersten Besuch dort erfuhren wir, dass in dem englischen Ort genau eine deutsche Fliegerbombe im Zweiten Weltkrieg abgeworfen worden ist! Und die hat ausgerechnet die Kirche getroffen. Auch wenn wir dafür nicht verantwortlich zu machen sind – es tut gut, dort so eine Gastfreundschaft zu erleben.

Beim Gegenbesuch der englischen Gemeinde hat sich der Pfarrer dann im Gottesdienst entschuldigt für die Bombardements unserer Stadt und für das Leid, das seine Landsleute angerichtet hatten. Auch er war nicht verantwortlich für den Irrsinn anderer.

Aber – man hätte eine Stecknadel in der Kirche fallen hören können – und einige Taschentücher wurden gebraucht, so ergriffen und dankbar waren die Menschen für diese Worte der Versöhnung.

Save journey and God bless you! Mit diesen Worten sind die Gäste dann wieder in den Flieger nach Hause gestiegen. Das waren keine Floskeln mehr. Das war ernst gemeint. Versöhnung wurde konkret. In der Begegnung und durch den Segen Gottes.

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