Weit fernab der Heimat

Die Pfälzerin Esther M. Fauß ist Pfarrerin von sechs thüringischen Dörfern.
(Das Foto zeigt die evangelische St. Benedikt-Kirche in Westerengel)
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Rockland Radio "Feels like heaven": Skigondel
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 06. Mai 2009:
Es ist ein traumhafter Wintertag. Mit anderen Skiläufern
schwebe ich in einer Gondel über eine wunderbare verschneite Landschaft – schade nur, dass wir in der Gondel unaufhörlich mit Musik von Radio Austria berieselt werden.
Aber dann kommt ein kurzer Bericht: Die Caritas macht darauf aufmerksam, dass viele Obdachlose durch den Schnee in Not geraten sind. Ein junger Obdachloser sagt: Der Schnee ist mein größter Feind.
Ein kleines Mädchen hat aufmerksam zugehört und fragt ihren Vater: „Papa, warum hasst der Mann den Schnee?“ Der Vater sagt einfach nur: „Des einen Leid, des anderen Freud’. Wir freuen uns, dass es geschneit hat – und er eben nicht. Hätte er was Anständiges gelernt müsste er nicht auf der Straße leben.“ Spontan sagt das Mädchen: „Der Mann tut mir trotzdem leid.“ Der Vater reagiert nicht.
Dieses Mädchen füllte ein Gebot Gottes mit Leben: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Sie fragt nicht danach, was der Obdachlose falsch gemacht hat im Leben, sondern er tut ihr einfach leid.
Als wir aus der Gondel aussteigen, lächelt das Mädchen mich an. Ich lächele zurück und denke, „Danke, dass ich dir heute begegnet bin“.
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RPR1 'Angedacht': Wo ist der Himmel?
Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 06. Mai 2009:
Sophie und Marco sind 9 Jahre alt und gehen in die gleiche Klasse. Gemeinsam überlegen sie, wo der Himmel ist.
Marco meint: Der Himmel ist ganz weit oben. Sophie sagt: Der Himmel ist überall. In Australien, Schweden oder in unserem Klassenzimmer.
Ich bin der Meinung, dass Sophie recht hat. Der Himmel kann tatsächlich in ihrem Klassenzimmer sein. Oder im Supermarkt. Oder in meinem Büro. In einem Lied heißt es: Weißt du wo der Himmel ist? Oben oder unten? Eine Handbreit links und rechts? Du bist mitten drinnen.
Klar, der Himmel ist zunächst einmal über uns. Blau oder bewölkt steht er für Weite und Licht. So gigantisch groß, dass ich ihn nicht fassen kann. Und darum ist er auch ein Bild für Gott. „Vater unser im Himmel“ beten wir. Und manchmal sagen wir auch, dass unsere Verstorbenen im Himmel sind. Der Himmel hat mit Sehnsucht zu tun und mit Hoffnung.
Diesen Himmel entdecke ich dann mitten im Alltag. Es sind kleine Momente, die mich verändern. Gerade jetzt im Frühling entdecke ich, wie wunderbar so ein Morgen ist, wenn ich den Duft des Flieders rieche oder die Maiglöckchen. Und wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft.
Ich freue mich über die Spuren des Himmels in meinem Alltag. Mein Gefühl sagt mir: Hier ist alles richtig. Hier habe ich ein zuhause. Hier gehöre ich hin.
Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt, ist einfach der Ort, an dem wir leben. Wir müssen nur die Augen aufhalten.
Haben Sie nicht auch Lust einmal auf Spurensuche zu gehen?
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