Rockland Radio "Feels like heaven": Wie der Papst

Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 08. Mai 2009:

„Der Papst betet für die Erdbebenopfer!“

Meine siebenjährige Tochter hat mir die Überschrift aus der Zeitung vorgelesen und fragt mich: Papa, warum steht das in der Zeitung? Ich antworte: Weil auch der Papst traurig über das schlimme Erdbeben in den Abruzzen ist. Er denkt an die Opfer und betet für sie“.

Sie fragt weiter: „Papa, wir haben gestern Abend im Bett doch auch mit dir für die Kinder und ihre Mamas und Papas gebetet. Ist das weniger Wert, als wenn der Papst das tut?

Ihr Bruder antwortet: „Das Gebet vom Papst ist mehr Wert, dem gehört doch die ganze Kirche.“ „ Das glaube ich nicht“, erwidert meine Tochter, „der liebe Gott hat doch alle Menschen gleich lieb. Dann hat er den Papst nicht lieber als die anderen Menschen. Also ist doch sein Gebet nicht besser als unseres, hab ich Recht?!

Ihr kleiner Bruder protestiert mit einem „Stimmt ja gar nicht“. „Stimmt aber wohl“, sagt sie und geht in ihr Zimmer.

„Wie recht sie hat“ denke ich. Vor Gott sind alle Menschen gleich viel Wert. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse der Reformation. Am Abend entschließt sich mein Sohn im Bett auch für die Erdbebenopfer zu beten und stolz verkündigt er: „Ich habe es gemacht wie der Papst.“

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RPR1 'Angedacht': Die Goldene Regel

Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 08. Mai 2009:

Ein alter Mann sitzt an der Straße nach Korinth. Ein Wanderer kommt vorüber und fragt: Wie weit ist es denn noch bis nach Korinth? Etwa eine Stunde.

Der Wanderer will schon weitergehen, da dreht er sich noch einmal um und fragt: Du, sag mal, was leben da eigentlich für Menschen in Korinth?

Der alte Mann fragt zurück: Wo kommst du her?

Aus Athen, sagt der Wanderer.

Und was für Menschen leben da?

Ach, meint der Wanderer, alles Halunken, Lügner und Betrüger!

Der Alte sagt darauf: Du hast Pech, denn in Korinth wirst du nichts anderes finden. Da sind auch alle Lügner und Betrüger!

Und der Wanderer zieht traurig weiter. Kurz darauf kommt ein weiterer Wanderer und stellt die gleichen Fragen wie sein Vorgänger. Und wieder erkundigt sich der alte Mann, wo denn der Wanderer herkommt und wie die Menschen dort waren?

Ich komme aus Athen, berichtet der, und dort leben lauter freundliche und hilfsbereite Leute.

Da sagt der alte Mann: Du hast Glück, in Korinth leben die besten Menschen der Welt, alles nette Leute!

Fein, sagt der Wanderer und marschiert fröhlich weiter.

Tja, oft behandeln mich andere genau so, wie ich sie behandele. Wenn ich von anderen gut behandelt werden möchte, dann muss ich sie auch gut behandeln. Oder – um es mit Jesus auszudrücken: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.

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