RPR1 'Angedacht': Mach Dich mal frei!
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 04. Juli 2009:
„Mach dich mal frei“ nur diese vier Wörter sind auf einem signalroten Plakat zu lesen. Die Wörter springen mich förmlich an und ich suche den Absender der Botschaft.
„Mach dich mal frei“ Vielleicht eine Werbung für kostenpflichtige Dienstleistungen der besonderen Art. Doch dafür ist das Plakat nicht anzüglich genug. Da steht nur „Mach dich mal frei!“ Und so überlege ich, von was ich mich frei machen könnte und vor allem für wen?
„Mach dich mal frei“ ist eine Werbeaktion vom Verein „Andere Zeiten“. Dieser Verein will mit seinen Aktionen und Veröffentlichungen auf die Besonderheiten und Chancen der Feiertage im Kirchenjahr hinweisen.
Da gibt es zum Beispiel den Anderen Advent. Das ist ein Adventskalender, der für jeden Tag statt Schokolade einen Text: ein Gedicht oder eine Geschichte hat. Bei „andere Zeiten“ können sie auch Fastenbriefe bestellen, die sie durch die Fastenzeit vor Ostern begleiten. Und die neueste Aktion ist von den knallroten Plakaten begleitet, die mich so angesprungen haben.
„Mach dich mal frei“ ist eine Werbeaktion für den Sonntag. „Mach dich mal frei von Druck, Geldausgeben, Eile, schlechter Laune, Einerlei. Mach mal Sonntag!“
Je länger ich mir dieses Plakat anschaue, desto mehr Dinge fallen mir ein, von denen ich mich frei machen könnte und eigentlich auch sollte und ich nehme es mir vor – für nächsten Sonntag.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Wertvolle (Warte)zeit
Pfarrerin Christine Gölzer, Speyer, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 04. Juli 2009:
Der Countdown läuft. Nur noch 7 Tage bis zu den Ferien, nur noch 35 Tage bis die Bundesliga wieder spielt und nur noch 170 Tage bis Heilig Abend.
Aber was ist denn Ihr persönlicher Countdown? Nur noch 14 Tage bis zum Urlaub, oder nur noch zwei Jahre bis zur Rente?
Gerne teilen wir unser Leben in solche Abschnitte ein und können es nicht mehr abwarten bis der Countdown zu Ende ist. Ja, wenn wir nur Zauberwolle hätten, wie in einem alten Märchen! Dann könnten wir daran ziehen und schon würde die Zeit schneller laufen.
Aber dieses Märchen geht nicht gut aus. Am Ende merkt der Hauptdarsteller, dass sein Leben vorbei ist und er das Beste verpasst hat. Bloß, weil er nicht warten konnte. Und das gilt auch für unsere Countdowns. Die Gegenwart verliert an Wert und die Lebenszeit wird dadurch kürzer.
Auch Wartezeiten sind Lebenszeiten und wir können sie gestalten und sogar genießen. Alles hat seine Zeit – so heißt es in der Bibel, auch das Warten ist Zeit, die uns von Gott geschenkt wird.
Und so möchte ich gerne jeden Sommerabend und jeden Urlaub als von Gott geschenkte Zeit genießen – aber auch den Regen, die Arbeit und vor allem die Wartezeiten.
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