RPR1 "Angedacht": Manchmal beleidigt Gott mein Gehirn
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 12. August 2009:
Eigentlich bin ich nicht schnell beleidigt ist. Aber wenn ich in der Bibel lese, dann ändert sich das manchmal ziemlich schnell. Vor allem bei den Geschichten über Jesus, in denen er Wunder vollbringt. Zum Beispiel einen Sturm abflauen lässt oder übers Wasser geht.
Dann bin ich besonders eingeschnappt. Oder genauer gesagt: mein Gehirn. Denn Wunder beleidigen unseren Denkapparat. Krampfhaft klammert der sich an bestimmte Regeln und Naturgesetze. Aber Wunder kümmern sich eben nicht um diese Regeln. Und dann ist unser Gehirn beleidigt.
Wunder gibt es aber nicht nur in der Bibel, sondern auch heute noch: Ein kranker Mensch, der nach den Erkenntnissen der Medizin spätestens in zwei Monaten sterben wird, lebt dann doch noch über zwei Jahre. Eine Frau überlebt den Einsturz ihres Hauses, obwohl sie mehrere Tage ohne Wasser unter Tonnen von Trümmern gelegen hat. Und zwei Menschen, die jahrelang nicht miteinander gesprochen haben, reichen sich die Hand und lächeln den anderen an.
Ich glaube, dass Gott für solche Wunder verantwortlich ist. Er will uns damit überraschen. Damit wir nicht zu selbstsicher werden, weil wir glauben, alles zu wissen und erklären zu können.
Vielleicht werden wir eines Tages wirklich die ganze Welt mithilfe von Regeln und Naturgesetzen erklären können. Aber auch dann können wir Gott nicht die Freiheit nehmen, hin und wieder unser Gehirn zu beleidigen.
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RPR1 "Angedacht": Nur eins ist wirklich sicher...
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 11. August 2009:
Zum Glück habe ich einen sehr großen Schreibtisch. Da kann ich wirklich ziemlich viel drauf ablegen, ohne etwas wegräumen zu müssen.
Diesen Papierstapel kann ich noch da hinten ablegen, das das Handyaufladekabel passt noch dort hin und die Kaffeetasse kann ich hier noch abstellen.
Aber..irgendwann wird selbst der größte Schreibtisch mal zu klein. Also habe ich letzte Woche aufgeräumt und abgeheftet: Briefe von meinen Versicherungen, Handyrechnungen, eine Rechung vom großen Gesundheitscheckup beim Hausarzt undsoweiter.
Für mein Leben nehme ich viele Leistungen in Anspruch. Sie geben mir Sicherheit. Die Versicherungen sorgen für einen finanziellen Schutz. Das Handy gibt mir die Sicherheit, bei Gefahr jederzeit Hilfe holen zu können und seit der Kontrolluntersuchung weiß ich, dass mir nichts fehlt.
Versicherungen, Handys, Kontrolluntersuchungen – das alles sind äußerst gute Erfindungen und sinnvolle Dinge.
Aber eins darf ich nicht vergessen: vollständige Sicherheit werde ich selbst für mich nie erreichen. Egal womit. Deshalb tut es mir gut, mein Leben in Gottes Händen geborgen zu wissen.
Denn wenn alle meine anderen Absicherungen mal versagen sollten, kann ich immer noch auf Gott zählen. Sein Versicherungsschutz erlischt nie. Mit Sicherheit.
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RPR1 "Angedacht": Ein Echo vom Anfang der Welt
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Montag, 10. August 2009:
Eine Mutter hält ihr Kind weinendes Kind auf dem Arm. Das Kleine ist gestolpert, hat sich das Knie aufgeschlagen. Die Wunde ist zwar eigentlich gar nicht so schlimm, aber trotzdem schreit das Kind wie am Spieß.
Was kann die Mutter in dieser Situation tun? Sie macht das einzig richtige: Sie streichelt ihrem Kind über den Kopf und sagt: Es ist doch alles gut!
Und das ist genau das richtige, obwohl der Satz ja eigentlich gar nicht stimmt. Es ist ja eben nicht alles gut. Aber trotzdem hat dieser Satz etwas beruhigendes und heilendes „Es ist ja alles gut!“ Zusammen mit den Streicheleinheiten über den Hinterkopf können diese Worte den Schmerz im Knie lindern und die Tränen trocknen lassen.
Und das übrigens nicht nur bei kleinen Kindern. Ich freue mich immer noch, wenn mich jemand in den Arm nimmt und sagt: Es ist doch alles gut.
Auch wenn ich weiß, dass einiges doch ziemlich schlimm ist: die Arbeit, die mir über den Kopf zu wachsen droht – das Auto, das schon wieder kaputt ist oder der Gesundheitszustand eines Angehörigen, der unter einer schweren Krankheit leidet.
Es ist doch alles gut – dieser Satz hat so eine positive Wirkung auf mich, weil er klingt wie ein uraltes Echo. Ein Echo vom Anfang der Welt. In der Bibel heißt es: Nachdem Gott die Welt geschaffen hatte, sah er sich sein Werk an und siehe, alles war sehr gut.
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RPR1 "Angedacht": Ojemine!
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 09. August 2009:
Ohje, ohje, ohje! Haben Sie sich auch schon mal mit diesem Seufzer Luft verschafft? „Oh je“ – das darf doch nicht wahr sein. „Oh je“ – jetzt fängt es auch noch an zu regnen. „Oh je“ – wenn das mal gut geht.
Oh je – das ist eine Abkürzung. Es steht für Ojemine. Und das wiederum ist die Kurzform von für „Oh Jesus mein Herr!“
Auch fast 2000 Jahre nach seinem Tod ist Jesus also noch oft in aller Munde. Auch wenn viele sich dessen vielleicht gar nicht so bewusst sind.
Jesus, der Sohn eines einfachen Zimmermanns, der Jude aus Palästina. Er war kein großer Staatsmann oder Politiker, kein berühmter Künstler und auch kein gefeierter Fußballstar.
Und trotzdem nennen ihn auch heute noch viele Menschen „Herr“. Warum? Weil Jesus die Herzen der Menschen berührt hat und auch heute noch berührt. Er hat Kranke geheilt, Tote auferweckt und sich gerade mit den Menschen abgegeben, mit denen keiner was zutun haben wollte. Jesus hat den Menschen Hoffnung geschenkt.
In seinem Verhalten erkennen die Menschen bis heute, wie sehr Gott sie liebt. Nämlich so sehr, dass er keinen Menschen verloren gibt. Deshalb ist Jesus am Kreuz für uns Menschen gestorben. Damit unsere Beziehung zu Gott für immer Bestand haben wird.
Deshalb ist es auch kein Wunder, dass vielen Menschen beten und sagen: Oh Jesus, mein Herr! Oder kurz: Ojemine! Oder noch kürzer: „Oje!“
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RPR1 "Angedacht": Ökumene auf Augenhöhe
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 01. August 2009:
Laute Hammerschläge hallen durch die Gassen. Ein Brett nach dem anderen wird vor die Tür des Stundentenwohnheims genagelt. Bis sie verschlossen ist. Der Uni-Rektor legt den Hammer aus der Hand und betrachtet zufrieden sein Werk: Hier kommt keiner mehr rein.
Ein evangelischer Gottesdienst wird in Trier nicht mehr gefeiert, so denkt der Rektor.
Doch die Studenten geben nicht auf. Zusammen mit den Bürgern ziehen sie ein paar Straßen weiter. In das Jakobsspitälchen. Dort in der Kapelle feiern sie Gottesdienst. In deutscher Sprache – und natürlich evangelisch.
450 Jahre ist das her. Die Reformation in Trier. Einen Sommer lang atmete Trier die Luft von Freiheit und Reformen. Dann rückte der Bischof mit seinen Soldaten in die Moselmetropole ein. Mit brutaler Gewalt wurde die Reformation niedergeschlagen. Alle Evangelischen mussten Trier verlassen.
450 Jahre ist das her. In Trier erinnern wir natürlich an diese Vergangenheit. Denn sie ist wichtig für unsere Gegenwart.
Die entscheidende Lehre aus der Geschichte lautet:
Zum Gespräch der Kirchen und Konfessionen untereinander gibt es keine Alternative. Nur im Miteinander kann der christliche Glaube glaubwürdig bleiben.
Dass ein solches Gespräch immer nur in gleicher Augenhöhe stattfinden kann, versteht sich von selbst.
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