Rockland Radio 'Feels like heaven': Lesen können ist ein Menschenrecht

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 8. September 2009:

„Papa, ich kann lesen.“

Mein vierjähriger Sohn war stolz bis zum Platzen, als er mir neulich diesen Satz gesagt hat. In der Tat hatte er in seinem Bilderbuch, dass er gefühlte 100 Mal mit mir angeschaut hat, das Wort „Traktor“ eindeutig erkannt. Meinen Sohn so stolz zu sehen, nur weil er dies eine Wort „lesen“ konnte – das hat mich sehr berührt.

Denn viele erwachsene Menschen in unserer Gesellschaft können nicht lesen. Weltweit sind sogar rund 20 Prozent der Menschen Analphabeten.

Wer nicht lesen kann, ist von wesentlichen Informationen abgeschnitten, und ständig auf Hilfe angewiesen. Darauf weist die UNESCO anlässlich des heutigen Weltalphabetisierungstages hin.

Das Menschen nicht lesen können, kann den Kirchen nicht gleichgültig sein, denn Lesen können ist ein Menschenrecht.
Gerade für die Evangelische Kirche gehören Lesen können und Glaube eng zusammen.

Immerhin war Martin Luthers Bibelübersetzung eines der ersten Bücher, das es in großer Auflage auf deutsch gegeben hat mit dem viele Menschen lesen lernten. Und auch heute trägt unsere Kirche mit vielen Kursen dazu bei, dass Menschen lesen lernen.

Wenn Sie jemanden bemerken, der nicht lesen kann, dann schauen sie nicht weg, helfen sie ihm. Und zeigen Sie ihm Wege zur Selbsthilfe auf, denn Lesen können ist ein Menschenrecht.

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RPR1 "Angedacht": Loslassen können

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 08. September 2009.

Bei uns hängen viele junge Männer ewig an Mutters Rockzipfel und werden mit über dreißig Jahren zu Hause noch total versorgt. Mit Waschen, Bügeln, Kochen und allem anderen. So klagte neulich eine Bekannte aus Italien.

Als sie mir das so erzählt hat, musste ich an einen Witz denken: Drei Geistliche werden gefragt: Wann fängt das Leben an? Der katholische Priester sagt, im Moment der Zeugung. Der evangelische Pfarrer, ja soo genau weiß ich es nicht? Der Rabbi antwortet: Das Leben, ja das Leben fängt an, wann die Kinder aus dem Haus sind.

Von einem anderen jüdischen Rabbi namens Jesus stammt der Satz: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.

Bei jeder Trauung lese ich diese Worte vor, denn Liebe zu unseren Kindern ist so wichtig und sehr wertvoll. Aber Liebe muss auch loslassen können. Die Liebe klammert nicht.

Am besten, Eltern fangen schon früh genug damit an, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ihre Kinder ihnen nicht gehören, sondern ihnen von Gott anvertraut sind.

Zum Schluss noch ein Praxis Tipp:
Ein Freund hat mir neulich gesagt: Bei uns gibt es kein Hotel Mama. Wie habt ihr das geschafft? Habe ich ihn gefragt.
Seine Antwort: Wir haben jedem Kind zum Auszug eine Waschmaschine geschenkt.

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