Rockland Radio 'Feels like heaven': Wir sind das Volk!

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 11. September 2009:

Wir sind Volk! Was war das heute vor 20 Jahren für eine Aufregung: in Leipzig haben Tausende bei den Montagsdemos demonstriert für ein freieres, gerechteres Leben in der DDR.

Einer der Hauptinitiatoren dieser Demos war der Evangelische Pfarrer Christian Führer. Und generell waren es viele evangelische Christen, die sich für eine friedliche Wende eingesetzt haben.

Sie haben ernst damit gemacht, dass christlicher Glaube nicht nur auf das Jenseits ausgerichtet ist, sondern vor allem die Lebensumstände im Hier und Jetzt verbessern will.

Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, die mischen sich ein ins politische Geschäft. Die treten ein für Solidarität, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.
Sie sind sich nicht zu schade dafür, auf die Straße zu gehen und Unrecht öffentlich zu machen – ohne danach zu fragen, ob ihnen das nun persönlich nützt oder schadet.

Das wünsche ich mir von uns Christinnen und Christen heute: dass wir mutig den Finger in die Wunde legen, wenn es gesellschaftliche Fehlentwicklungen wie Kinderarmut.
Christen mischen sich ein: heute genauso wie vor 20 Jahren.

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RPR1 "Angedacht": Lebenswertes Leben bis zuletzt...

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 11. September 2009.

Metachromatische Leukodysthrophie, schon das Wort erschlägt einen fast. Die Wahrscheinlichkeit, diese Krankheit, kurz MLD genannt, zu bekommen liegt bei eins zu einhunderttausend.

Im Alter von eineinhalb Jahren wurde MLD bei Michelle, einem Kind aus unserer Gemeinde, festgestellt. Es ist eine systematische Zerstörung der Nervenbahnen. Weder Bewegung noch Sprechen ist mehr möglich. Für die Eltern ein totaler Schock.

Ein Arzt, dessen Kind an derselben Krankheit verstorben ist, kann Michelle zwar nicht heilen, aber er gibt den Eltern das richtige Stichwort. Er sagt: Meine Tochter hatte lebenswertes Leben bis zuletzt.

Ich frage die Eltern. Was hat euch Kraft gegeben? Sie sagen: Reden und Freunde. Und die Urinstinkte Glaube, Hoffnung und Liebe. Und sie sagen: Michelle hat sehr viel Leid und Schmerz erfahren. Aber noch mehr Liebe, Zuneigung und Hilfe, auch durch Sonde, Sauerstoff, Absauggerät und Sitzschale.

Und auch durch die Taufe vor zwei Jahren. Michelles Leben war lebenswert bis zu ihrem Tod. Bei der Beerdigung singen wir auf Wunsch der Eltern das Lied „Wie schön, dass Du geboren bist“. Als der kleine Sarg herunter gelassen wird, steigen viele bunte Luftballons zum Himmel auf.

Und ich denke an die Worte des Apostel Paulus, die Michelles Vater ähnlich zitiert hatte: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Liebe aber ist die größte unter ihnen.

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