Rockland Radio 'Feels like heaven': Wie die Zeit vergeht...
Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 02. Januar 2010:
Wie die Zeit vergeht: Das Neue Jahr ist schon wieder fünf Wochen alt. Nein, keine Angst, Sie haben es nicht übertrieben beim Ausschlafen des Silvesterrausches.
Natürlich meine ich nicht das weltliche Jahr, das am 1. Januar beginnt – sondern das Kirchenjahr. Das beginnt am 1. Adventssonntag, und der ist schon wieder fast fünf Wochen her.
Die Adventszeit ist vor allem eine Zeit der Erwartung, der Hoffnung und der Sehnsucht. Damit beginnen alle christlichen Feste und deshalb auch das ganze Kirchenjahr. Die Ankunft Gottes in der Welt wird erwartet. Er wird geboren als Mensch in Jesus Christus. Das Dasein jedes einzelnen Menschen aber beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern damit, dass er erwartet wird.
Haben das weltliche Jahr und das Kirchenjahr aber darum gar nichts miteinander zu tun? Ich meine, das Gegenteil ist der Fall. Dass das Kirchenjahr vor dem säkularen Jahr beginnt, verstehe ich als ein Symbol, das besagt: Gottes Zeit kommt vor der Menschenzeit, seine Zeitrechnung geht der unseren voraus.
Genau das ist Grund zu Hoffnung und Zuversicht im Jahr 2010: Gott ist schon da, wenn und wohin wir erst noch kommen – und was auf uns auch zukommen mag.
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RPR1 "Angedacht": Von Angesicht zu Angesicht.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 02. Januar 2010:
Männlich oder weiblich? Groß oder klein? Lange Haare oder Glatze? Mit Bart oder ohne? Wie stellen sie sich Gott vor? Wen sehen sie vor ihrem inneren Auge, wenn sie von Gott oder mit Gott sprechen, wenn sie beten?
Gott sehen von Angesicht zu Angesicht – das war der große Wunsch von Mose im Alten Testament. Er drängt geradezu darauf, bittet Gott um diesen einen Gefallen. Vielleicht um seine Stellung als Anführer des Volkes Israels zu legitimieren, vielleicht aber auch nur, um sein eigenes Bild von Gott zu überprüfen.
Und was macht Gott? Der stellt Mose in eine Felsspalte, hält ihm die Augen zu und zieht vorüber, ganz dicht. Dann nimmt er die Hand weg und Mose darf ihm lediglich hinterher schauen.
Gott von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, ist ein alter Traum der Menschheit. Wir sehnen uns nach dem Angesicht, dem zugewandten Gesicht Gottes. Nach seinem Glanz, seiner Herrlichkeit. Und doch sind es vielleicht genau unsere Vorstellungen davon, wie Gott zu sein hat, die uns den Blick für das Gesicht Gottes verstellen. Die uns Gottes Gesicht nicht gleich erkennen lassen, weil wir es eben so, wie es uns begegnet, nicht vermuten.
Und so kommt es, dass es Situationen gibt, in denen Gottes Herrlichkeit vorüber geht, ganz nah, uns vielleicht sogar berührt und wir erst aus der Nachschau erkennen, dass wir gerade Gott begegnet sind.
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