RPR1 "Angedacht": Ehrfurcht vor dem Leben.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 11. Januar 2010:

Tod, Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung. Das sind Merkmale unserer Welt. Jedenfalls wenn wir mit offenen Ohren die Nachrichten hören. Und als ob die wirkliche Welt nicht grausam genug wäre, erfinden Computerspielproduzenten auch noch virtuelle Welten, die mindestens genauso grausam sind.

Da können die Spieler zum Beispiel die Rolle von Terroristen oder von Antiterroreinheiten übernehmen. Wer gegnerische Spieler eliminiert, der erhält Punkte. Je mehr, desto besser.

„Die Gewalt im Spiel hat mit der Realität nichts zu tun!“ Das sagen Vertreter der Computerspielindustrie. Die Spiele würden vielmehr Werte vermitteln, die die Gemeinschaft stärken und den Sportsgeist wecken. Ist der virtuelle Kampf auf Leben und Tod also eher ein Trainingslager für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden?

Verstehen Sie mich richtig: Ich bin nicht für generelle Verbote von Computerspielen, erst recht verteufle ich nicht all diejenigen, die sie spielen. Aber ich finde, dass die Gewalt im Spiel schon etwas mit der Realität zu tun hat. Und weder reale Gewalt noch brutale Computerspiele sind geeignet, unsere Welt friedlicher zu machen.

Das Gefühl dafür, dass jedes Leben kostbar ist, dieses Gefühl darf nicht abstumpfen. Der Theologe Albert Schweitzer hat dieses Gefühl als „Ehrfurcht vor dem Leben“ bezeichnet. Er hat gesagt „Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft.“ Und das gilt in der realen, wie in der virtuellen Welt.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Was bleibt?

Pfarrer Christopher Markutzik, Altenglan, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 11. Januar 2010.

Jetzt ist es langsam endgültig vorbei. Die letzten Lichterketten verschwinden aus den Fenstern, die Christbäume liegen auf die Straße und die Geschenke sind umgetauscht. Für diesen Winter ist das Weihnachtsfest geschafft.

Aber gibt es auch etwas, das bleibt vom Fest der Liebe? Außer den Pfunden auf den Rippen, dem ein oder anderen Geschenk und der Erkenntnis, dass es im Kreise der Familie nicht immer super schön sein muss?

Ich finde, es ist wichtig, diese Frage zu stellen, denn die Geburt Christi ist mehr sein als ein Gürtel, der auf einmal zu eng wird, eine neue Handtasche oder eine Spielekonsole.

Christ ist erschienen, uns zu versühnen, so haben es die Menschen in den Kirchen gesungen. Damit haben wir einen Tipp bekommen, was Weihnachten bedeutet, auch von Januar bis November.

Versühnen – das kann heißen, über das Miteinander der Menschen nachzudenken und zu überlegen, wie wir genau das besser machen können. Gerade dann, wenn die Familienfeier im Chaos geendet hat. Das ist auf jeden Fall etwas, was von Weihnachten geblieben ist und das jeden Tag ein bisschen mehr gelingen lässt.

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