Rockland Radio "Feels like heaven": Des Teufels General.
Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 23. Februar 2010:
Heute vor genau 55 Jahren kam ein Film in die deutschen Kinos, der so ganz anders war als die meisten anderen Filme dieser Zeit. „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer war kein kitschig-romantischer Heimatfilm, sondern er ist mitten hineingegangen in die Geschehnisse der Nazizeit. Der Protagonist des Films, General Harras, ist ein begeisterter Mittäter der Nazis.
Der Film hat heftige Reaktionen zwischen Ablehnung und Anerkennung hervorgerufen – aber endlich, nach vielen Jahren der Verdrängung und Scham konnten viele Menschen anhand dieses Filme auch ihre eigene Geschichte erzählen.
Endlich hatten sie die Chance zu erklären, warum sie so oder so gehandelt haben – und dadurch schuldig wurden.
Es musste erst diesen Film geben, damit Menschen ihre Geschichte erzählen konnten.
So ähnlich geht es mir mit der Bibel. Viele biblische Geschichten machen mir Mut, Auskunft über mein Leben zu geben, meine Geschichte und Geschichten zu erzählen – und nicht immer nur so tun als ob.
Aber diese Mutmach-Geschichten müssen gut sein, sie müssen echt sein, wie eben die Menschengeschichten in der Bibel – aber auch jene die Geschichte vom „Teufels General“, heute vor 55 Jahren.
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RPR1 "Angedacht": Die Hutzel-Feuer.
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 23. Februar 2010:
Am Wochenende hat es wieder mal gebrannt auf den Feldern um Ludwigshafen. Aber keine Angst, es war kein Brandstifter am Werk. Vielmehr ging es dabei um einen alten Brauch, um das sogenannte Hutzel-Feuer.
Die Namensgleichheit
zwischen dem Feuer und mir ist allerdings reiner Zufall. Das Hutzel-Feuer ist nämlich viel älter als ich. Seit über 100 Jahren schon ist es bei uns in ein Ritual, am 1. Sonntag in der Passionszeit, solche „Hutzel – Feuer“ anzuzünden.
Die Flammen sollen die Dämonen des Winters vertreiben. Früher haben die Schuljungen dabei ihre selbst gebastelten Fackeln außerhalb des Dorfes angezündet und sind anschließend in den Ort hinein gelaufen.
Dort haben die Bewohner ihnen dann Lebensmittel geschenkt und … Hutzeln, also kleine Tannenzapfen. Daraus entwickelten sich die „Hutzel-Feuer“.
Heutzutage ist es mancherorts sogar ein „Highlight“ im gesellschaftlichen Mitein-ander: Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Brauch nicht aussterben zu lassen und organisieren solche „Hutzel-Feuer“.
Welche Dämonen damit heutzutage vertrieben werden? Z. B. wurden rund um den Frankfurter Flughafen solche „Hutzel-Feuer“ eingesetzt – gegen den immer stärker werdenden Fluglärm. Als Zeichen der Demonstration. Und da könnte ich es mir sogar vorstellen, mitzuzündeln.
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