Rockland Radio "Feels like heaven": Was ist erlaubt?
Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 25. März 2010.
„Gell, Papa, die Paula darf mich nicht einfach so schubsen, dass ich hinfalle?“, fragt mich meine Tochter. “Nein, das darf Paula nicht”, antworte ich. Oft genug redet meine Tochter mit mir darüber, was „man“ darf und was nicht. Aber das ist nicht nur für Kinder interessant.
Kirche und Gesellschaft diskutieren seit Wochen über die Frage: was ist erlaubt? Ist Alkohol am Steuer ein Kavaliersdelikt? Ich sage: Nein. Ebenso wenig wie es in Ordnung ist, Steuern zu hinterziehen. Aber wie sieht es aus, wenn die Bundesregierung gestohlene Daten von Steuerhinterziehern kauft? Heiligt da der Zweck die Mittel?
Um Fragen nach Moral und was man darf oder eben nicht darf zu beantworten, brauchen wir Normen, Regeln und Gebote. Die Bibel gibt dabei für mich eine tragfähige Richtung vor. Darauf bauen seit Jahrtausenden unsere Gesetze und Regeln auf. Prinzipiell gilt: was mir und anderen schadet, ist verboten. Und wer dagegen verstößt, muss dafür gerade stehen.
Paula hat sich bei meiner Tochter übrigens entschuldigt. Und dieser Schritt gehört für mich auch dazu.
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RPR1 "Angedacht": Der reichste Mensch der Welt.
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 25. März 2010:
„Wenn ich sterbe, kann ich nichts davon mitnehmen“, sagt der reichste Mensch der Welt über sich selbst. Sein Name? Nein, nicht Bill Gates. Der steht in Sachen Reichtum weltweit jetzt auf dem 2.Platz.
An der Spitze der reichsten Menschen steht seit diesem Jahr ein Mexikaner: Carlos Slim. Sein Vermögen: 53 1/2 Milliarden Dollar! Und das in einem Land, in dem Millionen Menschen in Armut leben.
Wie Carlos Slim so reich geworden ist? Er besitzt den größten Telefonkonzern in Mexiko und mischt auch weltweit kräftig mit. 2 Millionen Dollar verdient er pro Stunde.
Ist so viel Reichtum verwerflich? Nein. Immerhin bietet sein Imperium 210.000 Menschen Arbeit. Bedenklich ist schon eher, dass ein Einzelner so viel wirtschaftliche Macht in seinen Händen hält.
Aber seinen Reichtum gönne ich ihm. Glück kann er sich davon nämlich nicht kaufen. Und ein längeres Leben auch nicht.
Das Neue Testament erzählt von der Begegnung zwischen Jesus und einem reichen Mann. Der fragt, was er tun muss, um ewig zu leben. Jesus antwortet ihm, dass sein Reichtum ihm dabei nicht helfen wird und dass er sich davon lösen soll. Dazu fehlt dem Reichen der Mut. Jesus verurteilt ihn deshalb nicht. Er bedauert ihn nur.
Ich glaube nicht, dass Jesus etwas gegen finanziellen Reichtum hat. Ihm geht es um Gerechtigkeit. Im Himmel, so verstehe ich Jesus, gibt es keine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Also soll es die auf der Erde auch nicht geben.
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