RPR1 "Angedacht": Nichts.
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 19. Juni 2010:
„Was macht ihr so am Wochenende?“, fragt mich neulich ein Freund. „Nichts“, antworte ich, „wir machen nichts!“
„Wie? Nichts?“ gibt er irritiert zurück. „Einfach nichts. Wir bleiben zu Hause und machen nichts!“
„Eigentlich hast du recht“, räumt er dann ein, „ man kann ja auch einfach mal nichts machen.“
Damit haben, nach meiner Erfahrung, viele Menschen ein Problem. Wer nichts tut, erlebt nichts. Wer nichts tut, hat nichts, wovon er erzählen kann. Dabei kann es so befreiend und erfüllend sein – das Nichtstun.
Darunter verstehe ich vor allem: das Lebenstempo spürbar verlangsamen, den Zeitdruck abstellen. Das gelingt mir am besten, wenn ich das Auto stehen lasse und mich auf den Umkreis von Haus und Garten beschränke – und auf einmal vieles entdecke, wofür mir die ganze Wochen lang Zeit gefehlt hat.
Die jüdisch-christliche Tradition hat dafür den Sabbat bzw. Sonntag. Ein fester Tag in der Woche als Ventil, um den ganzen Druck entweichen zu lassen. Dieser Tag schenkt mir eine Atempause.
Ich weiß, anderen fällt dann die Decke auf den Kopf. Viele haben verlernt n, Stille und Stillstand zu ertragen. Aber mir tut das einfach nur gut. Versuchen sie`s doch auch mal! Jetzt ist wieder Wochenende. Genießen Sie’s!
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RPR1 "Angedacht": 20 Jahre Schengener Abkommen.
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 19. Juni 2010:
An meinen ersten Auslandsaufenthalt erinnere ich mich noch, als wäre es gestern gewesen: Im saarländischen Reinheim habe ich vor 30 Jahren unter den Augen von mehreren Zöllnern die Grenze zu Frankreich überquert: Für gut 5 Minuten bin ich dort geblieben, dann ging ich mit meinen Eltern wieder zurück, über die Grenze.
Wenn ich heute mit meinen Kindern nach Frankreich fahre, dann kann ich ihnen gar nicht mehr vermitteln, wie das vor einigen Jahren noch war: Eine Grenze mit Wachhäuschen, Zöllnern, Pass vorzeigen und allem drum und dran. Denn genau heute vor 20 Jahren trat das Schengener Abkommen in Kraft. Damit wurden die Grenzkontrollen zwischen einigen europäischen Staaten abgeschafft.
Was einige Jahrzehnte zuvor noch undenkbar gewesen wäre, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden.
Mir zeigt das: man kann Grenzen abbauen und überwinden, wenn man sich vertraut, Erfahrungen miteinander macht, und sich aufeinander einlässt. Das funktioniert im Großen genauso wie im Kleinen.
Mich ermuntert beim persönlichen Grenzabbau immer ein Vers aus den Psalmen: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Können Sie das auch? Probieren Sie’s doch mal aus, bei Grenzen und Mauern, die sie einengen und behindern.
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