RPR1 "Angedacht": Die große Spur Gottes.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 12. Juli 2010:
Die Fußabdrücke, die sich in der braunen Erde abzeichnen sind deutlich zu erkennen. Das markante Profil der Gummistiefel hat sich in die nasse Erde eingegraben und einen Abdruck hinterlassen. Fasziniert folge ich dieser Spur, die sich vor mir herzieht, denn es ist meine Spur – von gestern.
Als ich im Regen spazieren gegangen bin.
Heute dagegen ist es trocken und auf meinem Weg hinterlasse ich keine Spur. Ich versuche, in meinen Fußstapfen von gestern zu gehen, doch das ist schwieriger als gedacht, genauso aufzutreten wie gestern, um in meiner Spur zu bleiben.
Ich würde sie gerne haltbar machen, meine Spur, irgendwie fixieren für morgen und darüber hinaus – verewigen. Was würden Nachfolgende daraus lesen können? Sicherlich meine Schuhgröße, vielleicht auch mein Gewicht und sie würden sehen, wo ich mit unserem Hund lang gegangen bin. Aber würden sie auch meine Gedanken, Sehnsüchte und Träume lesen?
Ich möchte die Spur halten, mich an sie halten, doch der nächste Regen wird sie aufweichen – so hart sie jetzt auch in die Erde eingebrannt ist. Meine Spur wird sich dann den gewohnten Gang der Schöpfung nehmen. Sie wird sich auflösen in die große Spur Gottes, in der alle Spuren zusammenlaufen, und ich bin ein Teil davon.
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RPR1 "Angedacht": Um mehr als um Leben und Tod.
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 11. Juli 2010:
Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist.
So hat in den 60er Jahren Bill Shankly gesagt, ein schottischer Fußballspieler und späterer Trainer des FC Liverpool. Zumindest heute werden viele Menschen ihm zustimmen. Ab 20.30 Uhr geht es für sie um mehr als um Leben und Tod. Es geht um die Fußballweltmeisterschaft.
Und bestimmt werden die Spieler deshalb heute abend noch mehr rennen und kämpfen als sonst. So als ginge es um ihr Leben. Und das ist ja auch irgendwie so. Denn mit einem Sieg können die Spieler unsterblich werden. Zumindest in den Herzen der Fans. Eine ebenso romantische wie schöne Vorstellung.
Aber mir wäre es trotzdem zu wenig, wenn ich nur in den Herzen von Fußballfans oder anderen Menschen ewig leben würde, so wunderbar diese Vorstellung auch ist.
Ich hoffe darauf, dass ich bei Gott, sozusagen in seinem Herz, ewig leben werde. Dass er mich eines Tages in sein Reich aufnehmen wird, denn ich glaube, dass es nur dort, bei ihm wirklich ewiges Leben gibt. Und zwar nicht nur für einige wenige Fußballhelden, sondern für jeden Menschen.
Im Fußball geht es um mehr als um Leben und Tod. Diesem Satz von Bill Shankly kann ich trotzdem zustimmen. Ich würde nur ergänzen: Und bei Gott geht es um alles.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Ich feiere gern.
Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Montag, 12. Juli 2010.
Ich feiere gern. Deshalb finde ich es auch schade, dass die WM seit gestern vorbei ist. Jedes Spiel, das ich sehen konnte, ob in kleiner Runde oder beim public viewing war ein Fest.
Da wurden die Vuvuzelas heraus geholt, da wurde gut gegessen und getrunken und jedes Tor für die eigene Mannschaft wurde bejubelt. Ich mag am Feiern besonders die Fröhlichkeit und die Ausgelassenheit.
Für kurze Zeit kann ich dann mal vergessen, was mich sonst bewegt und beschäftigt. Da bekomme ich den Kopf richtig frei. Am allerbesten geht das bei spontanen Feiern. Denn da brauche ich mir nicht mal darüber den Kopf zu zerbrechen, ob ich auch alles besorgt und nichts vergessen habe.
Im Buch des Predigers Kohelet in der Bibel heißt es: „Da merkte ich, dass es nichts Besseres gibt als fröhlich zu sein und sein Leben zu genießen.
Ich finde, dass der Prediger Recht hat und deshalb wünsche ich mir, dass wir uns die Fröhlichkeit und Ausgelassenheit der WM hinüber retten in den Alltag. Denn es gibt doch wirklich nichts Besseres als fröhlich zu sein, oder?
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