RPR1 "Angedacht": Weihnachten im September?

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 11. September 2010.

Im Wohnzimmer riecht es nach Lebkuchen. In der Süßigkeiten-Schale liegt edle Schokolade in weihnachtlichem Dekor. Und dort, die kleine dicke Schokoladenfigur in rot, ist das tatsächlich ein Weihnachtsmann?

Wir befinden uns im Jahr des Herrn zweitausendundzehn. Es ist Anfang September. Und alle finden es unmöglich, dass es jetzt schon Weihnachtsartikel zu kaufen gibt. Aber wenn niemand die Sachen kaufen würde, lägen sie nicht jetzt schon wieder in den Geschäften aus. Lebkuchen schmeckt frisch am besten, oder?

Ja, früher freuten sich die Kinder an Ostern auf Ostereier und an Weihnachten auf Weihnachtsplätzchen. Und heute gibt’s für jeden alles und das immer. Nur eines gibt es dann nicht mehr: Erwartung und Vorfreude. Schade.

In der Kirche sprechen wir vom Kirchenjahr. Es teilt das Jahr ein in unterschiedliche kirchliche Zeiten und Feste. Es gibt damit einen Rhythmus vor, der, so glaube auch ich, für uns Menschen heilsam ist.

Das Kirchenjahr beginnt jedes Jahr am ersten Advent. Ab dann warten wir auf Heilig Abend. Und wir bereiten uns vor und freuen uns auf das Fest von Christi Geburt. Und weil Jesus das größte Geschenk Gottes an uns Menschen ist, machen wir uns auch gegenseitig schöne Weihnachtsgeschenke.

Wir in unserer Familie werden die Weihnachtszeit vor lauter Vorfreude wieder kaum abwarten können. Vorverlegen in den September werden wir sie aber nicht.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Der 1 Millionste Gastarbeiter.

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 10. September 2010:

Ein ganz besonderes Begrüßungsgeld hat der Zimmermann Armando Rodriguez de Sá aus Portugal erhalten. Heute vor 46 Jahren. Am 10. September 1964 am Bahnhof Köln-Deutz.
Es war ein Moped „Zündapp Sport Combinette“.

Rodriguez war der 1 Millionste erfolgreich angeworbene Gastarbeiter, der nach Deutschland gekommen ist. Arbeitskräfte wurden damals gesucht – Menschen sind gekommen – und oftmals geblieben.

Und mit ihnen andere Lebensentwürfe, eine andere Kultur, ein anderes Essen, eine andere Sprache. Eben keine Gäste – sondern Mitbürger, die nicht nach getaner Arbeit wieder gehen, sondern sich in der neuen Heimat auch eine neue Zukunft vorstellen konnten. Mit allen Schwierigkeiten und Anpassungskonflikten auf beiden Seiten – bis zu heutigen Tag.

Ein Blick in die Bibel kann da helfen. Denn dort steht deutlich, wie das Miteinander am besten zu gestalten ist: «Einen Fremdling sollst du nicht bedrücken» aber auch «Einerlei Gesetz und einerlei Recht soll gelten für euch und für den Fremden, der bei euch wohnt».

Das ist eine gute Grundlage für das zusammenleben, heute wie damals. Denn nur so können aus ursprünglich Fremden echte Mitbürger werden. Hoffentlich hat das auch Armoando Rodriguez de Sa so erfahren.

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RPR1 "Angedacht": Gier.

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht
‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 10. September 2010.

In den zurückliegenden Jahren war viel von Gier die Rede. Von der Gier der Finanzhaie, die weltweit die Märkte ins Wanken und Rutschen gebracht haben.

Gier gibt es aber auch im Kleinen: Neben dem Bauwagen der Waldarbeiter standen die Pilze. Sind sie essbar oder nicht, fragten sie sich jeden Tag aufs Neue und ließen sie schweren Herzens stehen. Dann kam der Förster vorbei, und ohne jemandem etwas zu sagen, schnitt er schnell und unbemerkt alle Pilze ab. Nach dem Motto: „Selber essen macht dick“.

Später bei einer Feier wird der Förster gefragt, ob er damals heimlich alle Pilze geerntet habe. Er schweigt betroffen.
Die Frau des Försters aber muss lachen und erzählt, einen ganzen Tag habe ihr Mann auf der Toilette verbracht. Es waren eben doch die ungenießbaren Pilze gewesen, die er unbedingt ganz alleine essen musste.

Ich kenne es von mir. Eine Woche Hotelurlaub mit Buffets. Da schlägt die Waage gewaltig nach oben aus. Getreu dem Motto: „Lieber den Magen verrenkt als dem Wirt was geschenkt.“

Die Bibel spricht von der Gier der Augen, und wir sagen: Ja, da waren die Augen mal wieder größer. Das kann zu einer lustigen Geschichte führen. Es kann zu ein paar Kilo mehr führen, aber auch zu Krisen jeder Art.

Deshalb möchte ich Ihnen drei Ratschläge geben:
Erstens, passen Sie auf beim Pilze sammeln. Zweitens, essen Sie nicht mehr, als für Sie gut ist. Und drittens, lassen Sie sich nicht durch Gier zu etwas verleiten, was Sie gar nicht brauchen.

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Gute Stimmung dank Froher Botschaft. Drei Pfarrer verbinden Humor und Glaube.

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 37 zum 12. September 2010.

(Sprecher: Dejan Vilov)

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Das geht unter die Haut. Religiöse Symbole als beliebte Tattoo-Motive.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Ein Navi fürs Leben.

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 09. September 2010:

Und in diesem Sommer bin ich mit dem Auto richtung süden gefahren. Mit einem autoastlas von 1999. Das war keine gute Idee. Oft bin ich auf irgendwelchen Umgehungsstraßen um die Orte herumgeirrt, die ich eigentlich besuchen wollte. Und noch öfter bin ich brav auf Landtraßen gefahren, nur um am Ziel festzustellen, dass da mittlerweile auch eine Autobahn hinführt.

Wenn er mir auch lieb geworden ist und zahlreiche persönliche Tipps für Restaurants und Pausenorte enthält, die Zeit dieses Autoatlasses ist ein für alle mal abgelaufen.
Aber im nächsten Urlaub wird alles besser. Ich habe mir die neueste Auflage zugelegt sogar mit CD für Routenplanung am PC Zu Hause. Und schon fällt mir meine Orientierung leichter. Zumindest im Auto.

Im Leben hilft dagegen keine Routenplaner-CD, um meinem Weg zu finden. Dafür habe stattdessen andere Dinge. Z.B. die Worte Jesu “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst”. Dafür brauche ich keine Neuauflage, das gilt auch heute noch: Als Orientierung für den richtigen Weg im Leben, zum Leben, wie Gott es sich für uns vorstellt.

Da gilt die Faustregel, wer zum Mitmenschen findet, der findet zu sich selbst und – wichtiger noch – er findet zu Gott.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, und: Bitte verfahren sie sich nicht.

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RPR1 "Angedacht": Persönlicher Grenzschutz.

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 09. September 2010.

Du musst…

Wenn mich jemand anspricht und mit diesen beiden Worten beginnt, dann merke ich, wie sich in mir alles sträubt.
Meine Frau weiß, dass dann schnell der trotzige Junge bei mir rauskommt, der erst einmal auf stur schaltet und überzeugt ist: Ich muss gar nichts.

Oft meinen ja andere sehr genau zu wissen, was wir zu tun und zu lassen haben: Du musst dich ernähren nach der Methode „Abnehmen im Schlaf“! Du musst eine Hantelbank haben zum richtigen Pumpen! Morgen musst du für mich mal nach Koblenz fahren.

Aussagen in dieser Form sind für mich Übergriffe. Jemand weiß ganz genau und besser als ich, was für mich gut ist oder was ich zu tun habe. Meine Grenzen werden überschritten. Andere wollen über mich und Teile meines Lebens bestimmen. Wehe dem, der sich da nicht wehren kann.

In einem Psalm heißt es einmal: Gott schafft deinen Grenzen Frieden. Gott hat uns Menschen so geschaffen, dass wir nur begrenzt Kraft haben und nur begrenzt Zeit. Nicht immer wird dies respektiert. Dann ist es an uns, uns abzugrenzen.
Ein grenzenloses Leben funktioniert nicht. Es entspricht nicht Gottes guter Schöpfung.

Nicht nur Kinder brauchen Grenzen, auch Erwachsene. Sie schützen uns und ermöglichen unsere eigene Identität.
Und wer seine Grenzen akzeptiert, kann sie auch anderen besser deutlich machen.

Gott will unseren Frieden. Wo wir auf die Begrenztheit unseres Lebens achten, machen wir es Gott leicht, uns diesen Frieden zu geben.

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