Rockland Radio 'Feels like heaven': Eines bleibt.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 31. Dezember 2010:

Heute geht nicht nur ein Jahr zu Ende, nein, ein ganzes Jahrzehnt wird abgeschlossen, das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. Was wird davon in Erinnerung bleiben, was werden die großen Ereignisse und Entwicklungen sein, von denen die Menschen auch in den kommenden Jahrzehnten noch sprechen werden?

Wird es das Jahrzehnt des Terrors sein, beginnend mit dem 11. September 2001?

Oder das Jahrzehnt der Wirtschafts- und Finanzkrisen, indem die Ideologie des Wachstums endgültig an ihre Grenzen gestoßen ist?

Ich weiß es nicht. Genauso wenig wie ich weiß, was das kommende Jahrzehnt bringen wird. Es bleibt – wie immer – vieles unsicher an diesem Jahreswechsel.

Nur eines nicht: Ich weiß, was mich in der kommenden Zeit begleiten wird. Es ist das Vertrauen auf Gott, das Geborgensein in seiner Hand, das der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer einmal so ausgedrückt hat. Zum Jahreswechsel 1944 / 45 schreibt er:

“Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwaten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns, am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem Neuen Tag.“

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und gesegnetes neues Jahr!

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RPR1 "Angedacht": Kerzenlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 31. Dezember 2010:

Ein Baby lächelt im warmen Licht seiner Taufkerze. Ihr Licht ist eine schöne Erinnerung an die Taufe. In ihr ruft Gott das Kind mit seinem eigenen Namen: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“

„Fürchte dich nicht“. Dieselben Worte hört Maria in der Weihnachtsgeschichte den Engel sagen, der ihr die Geburt ihres Sohnes ankündigt. Ja, die Taufe ist ein Stück Weihnachten. Gott kommt ganz menschlich zu uns.

Und doch ist die Taufe heute nicht mehr selbstverständlich. Die Zahl der Taufen geht zurück. Dahinter steckt nicht nur der Geburtenrückgang, dahinter lässt sich ein Wandel in der Gesellschaft ausmachen. Es gibt immer mehr Alleinerziehende. Bei ihnen gibt es zwar nach wie vor eine sehr hohe Bereitschaft, ihre Kinder taufen zu lassen, aber die meisten tun es trotzdem nicht.

Die einen nicht, weil ihnen das nötige Kleingeld für die Tauffeier fehlt. Die anderen nicht, weil sie sich der Öffentlichkeit nicht als vermeintlich unvollständige Familie präsentieren wollen. Erwartungen an die Kirche haben diese Menschen trotzdem: Die Kirche soll Mitverantwortung für die Erziehung und das Aufwachsen der Kinder tragen.

Es zeigt sich: Taufe ist eine Gabe und eine Aufgabe. Das Licht der Taufkerze erinnert an den Gottessohn, der gesagt hat: „Ich bin das Licht des Lebens.“ Aber die Taufe mahnt auch die Gemeinden, selbst füreinander zum Licht zu werden.

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RPR1 "Angedacht": Happy Birthday, Albert Einstein!

Pfarrer Sascha Mueller, Kaiserslautern, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 30. Dezember 2010:

Jeder kennt ihn aber kaum einer versteht ihn. Die Rede ist von dem Mann, der unter Nicht-Physikern vor allem wegen seiner rausgetreckten Zunge bekannt geworden ist. Albert Einstein. Heute vor 130 Jahren wurde er geboren.

E gleich m mal c hoch zwei. Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat. So lautet seine berühmteste Formel. Mit den Worten „Alles ist relativ“, wird sie oft zusammengefasst. Was so leicht und banal klingt, ist in Wahrheit hoch komplex.

Wie wäre es, wenn es keine absoluten Wahrheiten mehr gäbe, sondern die Position und Bewegung jedes Betrachters immer mit bedacht werden würde? Wie wäre es, wenn wir akzeptieren würden, dass die meisten Dinge vielschichtiger, komplizierter sind, als wir sie gerne hätten?

Albert Einstein hat gezeigt, dass es in unserer Welt selbst nach Jahrtausenden der Forschung immer noch vieles zu entdecken gibt und sich deshalb jeder mit absoluten Wahrheiten bedeckt halten sollte.

Mich lehrt die Geschichte Albert Einsteins vor Demut und Staunen. Demut im Hinblick auf mein eigenes beschränktes Wissen und Staunen darüber, was für eine wunderbar komplexe Welt Gott geschaffen hat.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Exklusives Geschenk.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 29. Dezember 2010:

Eigentlich ist das jetzt ja gerade eine richtig ruhige Zeit, die sogenannten Tage zwischen den Jahren. Der Weihnachtsstress liegt hinter uns, viele Büros sind geschlossen, alles könnte etwas entspannter sein, eigentlich.

Denn wenn ich in die Fußgängerzone schaue, dann bin ich erstaunt, was für ein Gewusel dort herrscht. Die einen tauschen Geschenke um, die keinen Gefallen gefunden haben, die anderen lösen die mehr oder weniger originellen Gutscheine ein, die sie geschenkt bekamen.

Ursprünglich waren die Geschenke an Weihnachten dazu gedacht, anderen eine Freude zu machen, um damit das Glücksgefühl über die Geburt Jesu konkret erfahrbar zu machen. In einer Zeit, in der es alles gibt und jeder alles hat, ist diese Freude mit Geschenken aber kaum noch vermittelbar.

Mein Tipp lautet daher: machen Sie die Freude über Christi Geburt spürbar, indem sie die ruhigen Tage nutzen, um etwas Kostbares miteinander zu teilen, nämlich Zeit: Zeit, die man miteinander gestaltet und sich füreinander nimmt. Solche – gemeinsame – Zeit schenkt Freude. Und: dieses Geschenk ist exklusiv. Das gibt es garantiert in keinem Kaufhaus und in keinem Online-Shop.

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RPR1 "Angedacht": Flutlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 29. Dezember 2010:

Helles Flutlicht beleuchtet den Rasen und die Tribünen auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wenn die roten Teufel in der Dämmerung oder am Abend in ihrem Stadion spielen.

Das Fritz-Walter-Stadion ist noch nicht nach einem Finanzmagnaten benannt, sondern nach einem Ausnahmesportler. Aber selbst wenn es einmal soweit käme, dass man den Namen austauschte, die Fans des FCK gingen dann immer noch „uff de Betze“. Über der Stadt thronend, hat der Berg gerade bei Flutlichtspielen etwas Majestätisches, Beeindruckendes.

Der Betze ist so etwas wie der Heilige Berg der Stadt. In vielen Kulturen und zu allen Zeiten galten solche Berge als Sitz der Götter. Man betrachtete und bestieg sie mit Ehrfurcht, man gab ihnen Namen. Auf den Betzenberg pilgern an den Wochenenden Scharen von Menschen hinauf, nehmen Auszeit vom Alltag, huldigen ihren „Fußballgöttern“.

Unter den Besuchern entsteht für kurze Zeit ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Fußball ist ein Stück Leben, in dem sich Hoffnung und Enttäuschung, Freude und Niedergeschlagenheit verdichten.

Mit Herzblut sind viele Fans sicher auch in der Rückrunde wieder dabei und hoffen auf gute Ergebnisse, freuen sich über die gute Gemeinschaft und achten auch die Leistungen der anderen.

Der wahre Fan beherzigt eben das Fairplay. Es ist die Spielart einer biblischen, der „Goldenen Regel, die da lautet: „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt“

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Gebären in vertrauter Atmosphäre. Hausgeburten sind die älteste Form des Kinderkriegens.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1 vom 26.12.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Unschuldige Kinder.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 28. Dezember 2010:

Passen Sie gut auf, wenn Sie Freunde aus Spanien oder Lateinamerika haben. Es kann nämlich sein, dass die Ihnen gerade heute irgendeine unglaubliche Geschichte erzählen und sich dann halb tot lachen, weil sie Ihnen auf den Leim gehen.

In Spanien und Lateinamerika wird heute der Tag der unschuldigen Kinder gefeiert. Ein Brauch an diesem Tag ist es, sich ähnlich wie bei uns am 1. April gegenseitig auf die Schippe zu nehmen.

Die Geschichte des Tages der unschuldigen Kinder ist freilich alles andere als lustig. Die Bibel erzählt, dass König Herodes kurz nach Jesu Geburt alle Neugeborenen töten, um so den gerade geborenen neuen König aus dem Weg zu räumen.

Herodes hatte Angst vor diesem König, er sah seine Macht durch ihn bedroht. Angst und Schrecken haben seine Soldaten deshalb verbreitet, viele Familien wurden ins Unglück gestürzt.

Umso wichtiger ist es, sich daran zu erinnern, welche große Bedeutung Kinder für uns Erwachsene haben. Sie sind ein Quell der Freude, sie sind unsere Zukunft. Mit ihren Geschichten zaubern sie uns manches Mal ein Lächeln aufs Gesicht, und es ist unser aller Aufgabe, ihnen eine Kindheit zu sichern, in der sie alle einen Grund zum Lachen haben.

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