RPR1 "Angedacht": Mondlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 28. Dezember 2010:

Es ist dunkle Nacht. Nur Mond steht am Himmel. Und scheint, einem Scheinwerfer gleich, die Statur eines afrikanischen Königs vor dem Pfalztheater in Kaiserslautern zu beleuchten. Kolossal steht die Figur aus weißem Carrara-Marmor vor dem Schauspielhaus. Ein wenig Theateratmosphäre, bei der die Natur die Regie führt.

Licht in der Dunkelheit, der Mond als Scheinwerfer. So scheint es. Es ist eine Illusion, wie so vieles vor und im Theater, denn der Mond leuchtet nicht. Man kann ihn nur deshalb nachts sehen, weil er von der Sonne angestrahlt wird.

Der Mond regt die Phantasie vieler Menschen an. Romantische und Abergläubige. So schreiben viele dem Mond besondere Kräfte zu. Sie orientieren sich an Mondkalendern, die Auskunft darüber geben, wann die günstigen Tage zum Fensterputzen sind oder dass man Radieschen am Besten im Einklang mit dem Mond pflanzt.

Diesen oder ähnlichen Mond-Mythen haben schon vor mehr als 2.500 Jahren die Verfasser der biblischen Schöpfungsgeschichte widersprochen. Für sie waren Mond und Sonne nichts anderes als Lichter beziehungsweise Lampen, die die Funktion haben, Tag und Nacht zu unterscheiden und damit die Zeit bestimmen zu können.

Die Statur des afrikanischen König indes kann bei den Betrachtungen über den Mond gelassen bleiben. Denn angeleuchtet wird sie des nachts nur scheinbar vom Mond. In Wirklichkeit ist es eine Straßenlaterne, die sie anstrahlt.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': 65 Jahre IWF.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 27. Dezember 2010:

Heute feiert eine Berühmtheit ihren 65. Geburtstag. Am 27.12.1945 hat der Internationale Währungsfonds IWF seine Arbeit aufgenommen. Seitdem versuchen die Staaten der Erde gemeinsam Währungs- und damit auch Wirtschaftspolitik zu betreiben.

Was der IWF wert war, das mussten wir in der Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen zwei Jahren allerdings schmerzvoll erleben: den Börsenakrobaten hatte der IWF nicht wirklich etwas entgegenzusetzen. Milliardenbeträge mussten zur Rettung maroder Banken aufgewendet werden, bezahlt von den Bürgern rund um den Erdball.

Mir zeigt die Geschichte des IWF: allein Währungspolitik im internationalen Maßstab zu betreiben, ist zu wenig. Für mich ist das auch eine Frage meines Glaubens: danach muss das Wohl der Menschen zum Maßstab der Politik werden, nicht die Stabilität der Währungen.

Denn der Mensch ist gemacht zum Ebenbild Gottes, und nicht das Wirtschafts- oder Währungssystem. Heißt mit anderen Worten: Alles Geld ist bestenfalls zum Wohl des Menschen geschaffen, aber nicht der Mensch zum Wohl des Geldes.

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RPR1 "Angedacht": Krankenhauslicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 27. Dezember 2010:

Hierher geht niemand gerne, erst recht nicht im Advent oder über Weihnachten. Im Krankenhaus ist es nicht schön. Wer hier als Patient ist, der ist krank, oft schwer krank und er sucht Hilfe. Da zählt ärztliche Kunst, professionelle Pflege, erfolgreiche Rehabilitation.

Entsprechend sachlich, nüchtern geht es zu. Die Architektur besticht nicht durch Schönheit, die Ausgestaltung der Räume nicht durch Gemütlichkeit. Sauber muss alles sein, steril. Das Krankenhaus hat einen unverwechselbaren „Geruch“.

Diejenigen, die hier arbeiten, haben nicht nur mit Patienten zu tun, sie beschäftigt auch der Kostendruck, Arbeitskräfteabbau, der schnelle Wandel der medizinischen Technik und Therapie, Untersuchungen im Fließbandtempo, kürzere Verweildauern, höhere Patientenzahlen. Der Arbeitsalltag der Krankenhausmitarbeiter hat sich so verdichtet, das kaum noch Zeit bleibt für das Zwischenmenschliche.

Und doch gibt es die kleinen Lichtpunkte im Klinikalltag: Lichterketten, leuchtende Weihnachtssterne. Gleichsam ein kleiner Fingerzeig, dass es manchmal nur minimaler Veränderungen bedarf, um den gewohnten Alltag für einen Augenblick dem Besonderen zu öffnen. Ein kleiner Händedruck, ein freundliches Lächeln, ein kurzer Besuch, ein stilles Gebet.

So gehören Leib und Seele, gute Medizin, gute Pflege und gute Seelsorge zusammen. Wo Menschen wie im Krankenhaus an die Grenzen des Lebens geraten oder sich ausgeliefert fühlen, ist Beistand und Ermutigung nötig. Die kleinen Lichtpunkte sagen: das Krankenhauspersonal ist ansprechbar. Und Gott auch.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Tsunami.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 26. Dezember 2010:

Ich erinnere mich noch genau an den 2. Weihnachtsfeiertag vor sechs Jahren. Erst mal morgens zum Frühstück das Radio anmachen und während ich bei Kaffee und Brötchen am Tisch saß, habe ich mit halbem Ohr in den Nachrichten gehört, dass es irgendwo weit weg eine Überschwemmung gegeben hat.

Erst Stunden, ja Tage später wird das ganze Ausmaß bekannt: mit dem Tsunami hat sich eine der größten Naturkatastrophen der Geschichte ereignet, mehr als 230000 Tote sind in vielen Staaten rund um den Pazifik zu beklagen.

Was mich damals bei diesem Unglück mit am meisten bewegt hat, war die Welle der Hilfs¬bereitschaft und Solidarität, die einsetzte: Sehr viele Menschen haben sehr viel Geld gespendet, um den vom Leid betroffenen und zum Teil zerstörten Familien zu helfen.

Damals haben die Menschen gezeigt, dass sie in der Lage sind, selbst auf die größten Katastrophen und Herausforderungen gemeinsam eine Antwort zu finden.

Genau das wünsche ich mir auch dieses Jahr in der Zeit nach Weihnachten: dass Christi Geburt nicht bloß irgendein Fest mit gutem Essen und Tannenbaum gewesen ist, sondern dass wir uns vom Kind in der Krippe bewegen lassen. Dass wir zusammen stehen und gemeinsam dafür sorgen, dass Menschen in Not und Elend eine neue Perspektive bekommen.

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RPR1 "Angedacht": Scheinwerferlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 26. Dezember 2010:

Einmal im Scheinwerferlicht stehen. Wer träumt nicht davon? Die große Bühne für mich allein. Aus dem Hintergrund an die Rampe treten, aus dem Dunkel ins Licht. Und bewundert werden von den Zuschauern im Publikum. Wie schön wäre das. Ich selbst ein Star, ein Stern vor dem Bühnenhimmel. Der Lichtkegel ist nur auf mich gerichtet.

Bühnenscheinwerfer sind so konstruiert, dass sie schwenk- und neigbar sind. Das Licht muss gedimmt werden können, seine Verteilung veränderbar sein. Zu einem Bühnenscheinwerfer gehören Aufsätze, die das Licht lenken, färben oder Muster projizieren.

Wer schon einmal auf einer großen Theaterbühne gestanden hat, der weiß, dass das Scheinwerferlicht aber auch blenden kann, dass es keinen Blickkontakt zum Zuschauer ermöglicht. Ja, es gibt sogar Verfolgungsscheinwerfer, die jeden meiner Schritte unbarmherzig ans Licht bringen, jede Geste, jedes Missgeschick öffentlich machen.

Der Theaterstück-Autor Berthold Brecht lässt zu Beginn seiner Dreigroschenoper einen Moritatensänger auftreten, der davon singt, dass die einen im Dunkeln und die andern im Licht sind „und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“

Gerade auf die im Dunkeln richtet Brecht in seinen Stücken die Scheinwerfer: Es sind Huren, kleine Kriminelle, große Verbrecher, Ausgebeutete, Verfolgte und Flüchtlinge.
Menschen aus dem Dunkel ins Licht holen: Das ist Weihnachten!

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"Großfamilie" erlebt gemeinsam die Heilige Nacht. Speyerer Journalistin organisiert Weihnachtsfeier für Einsame und Arme.

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 52/01 zum 26. Dezember 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Menschenskind.

Pfarrer Ludwig Burgdoerfer, Landau, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 23. Dezember 2010.

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