Rockland Radio 'Feels like heaven': Tsunami.
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 26. Dezember 2010:
Ich erinnere mich noch genau an den 2. Weihnachtsfeiertag vor sechs Jahren. Erst mal morgens zum Frühstück das Radio anmachen und während ich bei Kaffee und Brötchen am Tisch saß, habe ich mit halbem Ohr in den Nachrichten gehört, dass es irgendwo weit weg eine Überschwemmung gegeben hat.
Erst Stunden, ja Tage später wird das ganze Ausmaß bekannt: mit dem Tsunami hat sich eine der größten Naturkatastrophen der Geschichte ereignet, mehr als 230000 Tote sind in vielen Staaten rund um den Pazifik zu beklagen.
Was mich damals bei diesem Unglück mit am meisten bewegt hat, war die Welle der Hilfs¬bereitschaft und Solidarität, die einsetzte: Sehr viele Menschen haben sehr viel Geld gespendet, um den vom Leid betroffenen und zum Teil zerstörten Familien zu helfen.
Damals haben die Menschen gezeigt, dass sie in der Lage sind, selbst auf die größten Katastrophen und Herausforderungen gemeinsam eine Antwort zu finden.
Genau das wünsche ich mir auch dieses Jahr in der Zeit nach Weihnachten: dass Christi Geburt nicht bloß irgendein Fest mit gutem Essen und Tannenbaum gewesen ist, sondern dass wir uns vom Kind in der Krippe bewegen lassen. Dass wir zusammen stehen und gemeinsam dafür sorgen, dass Menschen in Not und Elend eine neue Perspektive bekommen.
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RPR1 "Angedacht": Scheinwerferlicht.
Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 26. Dezember 2010:
Einmal im Scheinwerferlicht stehen. Wer träumt nicht davon? Die große Bühne für mich allein. Aus dem Hintergrund an die Rampe treten, aus dem Dunkel ins Licht. Und bewundert werden von den Zuschauern im Publikum. Wie schön wäre das. Ich selbst ein Star, ein Stern vor dem Bühnenhimmel. Der Lichtkegel ist nur auf mich gerichtet.
Bühnenscheinwerfer sind so konstruiert, dass sie schwenk- und neigbar sind. Das Licht muss gedimmt werden können, seine Verteilung veränderbar sein. Zu einem Bühnenscheinwerfer gehören Aufsätze, die das Licht lenken, färben oder Muster projizieren.
Wer schon einmal auf einer großen Theaterbühne gestanden hat, der weiß, dass das Scheinwerferlicht aber auch blenden kann, dass es keinen Blickkontakt zum Zuschauer ermöglicht. Ja, es gibt sogar Verfolgungsscheinwerfer, die jeden meiner Schritte unbarmherzig ans Licht bringen, jede Geste, jedes Missgeschick öffentlich machen.
Der Theaterstück-Autor Berthold Brecht lässt zu Beginn seiner Dreigroschenoper einen Moritatensänger auftreten, der davon singt, dass die einen im Dunkeln und die andern im Licht sind „und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“
Gerade auf die im Dunkeln richtet Brecht in seinen Stücken die Scheinwerfer: Es sind Huren, kleine Kriminelle, große Verbrecher, Ausgebeutete, Verfolgte und Flüchtlinge.
Menschen aus dem Dunkel ins Licht holen: Das ist Weihnachten!
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