Rockland Radio 'Feels like heaven': Weltkindertag.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 20. September 2010:

Heute will ich mal ein biblisches Gebot umdrehen. „Du sollst Vater und Mutter ehren“, heißt es in den Zehn Geboten, und das ist sicher gut und bedenkenswert. Wenn ich es umdrehe, lautet es: „Du sollst deine Kinder ehren“. Ich glaube nicht, dass der liebe Gott etwas dagegen hätte.

Vor 20 Jahren ist die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft getreten. Kinder haben demnach das Recht auf sauberes Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, eine Ausbildung, auf Freizeit und Spiel, gewaltfreie Erziehung, und auf Mitsprache bei Entscheidungen, die ihr Wohlergehen betreffen.

Heute, 20 Jahre später, wächst in Deutschland die Kluft unter Kindern – auf der einen Seite diejenigen, die gesund und abgesichert aufwachsen, auf der anderen Seite solche, deren Alltag durch Mangel und Ausschluss geprägt ist.

Deshalb fordern UNICEF und das Deutsche Kinderhilfswerk zum heutigen Weltkindertag einen Perspektiv- und Politikwechsel. Unter dem Motto „Respekt für Kinder!“ verlangen sie mehr Bildungsgerechtigkeit, mehr Chancengerechtigkeit und eine bessere Zukunftssicherung für alle Kinder in Deutschland.

Du sollst deine Kinder ehren. Das ist nicht nur ein Gebot für Eltern. Sondern für ein ganzes Land.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Wie die Zeit vergeht...

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 02. Januar 2010:

Wie die Zeit vergeht: Das Neue Jahr ist schon wieder fünf Wochen alt. Nein, keine Angst, Sie haben es nicht übertrieben beim Ausschlafen des Silvesterrausches.
Natürlich meine ich nicht das weltliche Jahr, das am 1. Januar beginnt – sondern das Kirchenjahr. Das beginnt am 1. Adventssonntag, und der ist schon wieder fast fünf Wochen her.

Die Adventszeit ist vor allem eine Zeit der Erwartung, der Hoffnung und der Sehnsucht. Damit beginnen alle christlichen Feste und deshalb auch das ganze Kirchenjahr. Die Ankunft Gottes in der Welt wird erwartet. Er wird geboren als Mensch in Jesus Christus. Das Dasein jedes einzelnen Menschen aber beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern damit, dass er erwartet wird.

Haben das weltliche Jahr und das Kirchenjahr aber darum gar nichts miteinander zu tun? Ich meine, das Gegenteil ist der Fall. Dass das Kirchenjahr vor dem säkularen Jahr beginnt, verstehe ich als ein Symbol, das besagt: Gottes Zeit kommt vor der Menschenzeit, seine Zeitrechnung geht der unseren voraus.

Genau das ist Grund zu Hoffnung und Zuversicht im Jahr 2010: Gott ist schon da, wenn und wohin wir erst noch kommen – und was auf uns auch zukommen mag.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Neues Gottvertrauen.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 01. Januar 2010:

Ein Mensch hat Angst. Er weiß, dass er sich bald von seinen Freunden verabschieden muss. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann steht ihm ein Leidensweg bevor, an dessen Ende der Tod wartet. Dennoch ist er es, der seinen Freunden Mut macht: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh 14, 1), sagt Jesus zu seinen Jüngern.

Diesen Zuspruch haben die Kirchen als Jahreslosung über das Jahr 2010 gestellt. Er leitet uns dazu an, in allem, was auf uns zukommt – mögen es auch Verluste und Abschiede sein – das Vertrauen zu bewahren, dass Gott es gut mit uns meint.

In Jesus Christus ist er uns nahe gekommen und hat uns gezeigt, wie viel wir ihm bedeuten: In Gottes Haus sind viele Wohnungen, so drückt Jesus es aus. Das heißt doch, in anderen Worten: Bei unserem himmlischen Vater ist viel Platz. Bei Gott rennen wir offene Türen ein.

Diese Hoffnung macht ängstliche Herzen fest. Damit können wir alle Herausforderungen angehen, die das Leben uns bringt. Die Verheißung ist unwiderruflich – denn es ist Gott selbst, der sie durch seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gebracht hat.

Also: Fasst euch ein Herz. Glaubt an Gott. Macht 2010 zum Jahr eines neuen Gottvertrauens.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Erfüllte Zeit.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 31. Dezember 2009:

„Nächstes Jahr wird’s besser, ganz sicher.“

Silvester: Ein Jahr kommt zu seinem Abschluss, ein neues beginnt – und manch einer mag damit diese Hoffnung verbinden: „Nächstes Jahr wird’s besser“ – obwohl es doch eigentlich ein Tag wie jeder andere ist.

Wie oft erfahren wir unsere Zeit als unerfüllt. Dann hoffen wir, dass morgen, nächste Woche, nächsten Monat oder eben nächstes Jahr das eigentlich Wesentliche geschehen wird.

Manchmal aber erfahren wir sie doch: Augenblicke der Erfüllung. Dann scheint die Zeit still zu stehen, dann wird in einem Augenblick und an einem Ort alles gegenwärtig.

Erinnern Sie sich: Bei welchen Gelegenheiten haben Sie sich in den vergangenen zwölf Monaten mit der Welt um Sie herum im Einklang gefühlt? Wo und wann haben Sie die Fülle der Zeit gespürt, erfahren, dass Gott Ihnen ganz nah ist?

War es der überwältigende Ausblick vom Gipfel eines Berges? War es die Geburt eines Kindes? Der Abschied von einem lieben Menschen, tränenreich und doch versöhnlich? Ein gutes Gespräch? Eine Familienfeier?

Solche Augenblicke werden uns geschenkt, damit wir uns in Zeiten der Gottesferne, wenn alles sinnlos und vergeblich erscheint, an sie erinnern. Nehmen wir sie durch die Silvesternacht hindurch: mit ins Neue Jahr.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Das Evangelium in zwei Buchstaben.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 30. Dezember 2009:

„Zusammenfassung des Evangeliums in zwei Buchstaben“ – so könnte eine Kreuzworträtselaufgabe lauten. Hab’ ich noch nirgends gelesen, wäre aber möglich. Denn das Evangelium, die Gute Nachricht, die Frohe Botschaft Gottes für die Welt und uns Menschen, die lässt sich in zwei Buchstaben zusammenfassen: Ja.

Ja zur Welt – vom Anbeginn der Schöpfung: Gott sah, dass es gut war (Gen 1).

Ja zum Leben – trotz aller Widrigkeiten: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (Gen 8, 22).

Ja zum Menschen in Not – „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich“ (Ps 23, 4).

Ja zu jedem einzelnen Menschen – „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Tim 2, 4).

Ja sogar im Angesicht des Todes – „denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3, 16).

Noch eine Kreuzworträtselfrage: Gegenteil von Nein mit zehn Buchstaben? Evangelium.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Stille.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 29. Dezember 2009:

Ich wünsche Ihnen, dass Sie jetzt, zwischen den Jahren, ein wenig Stille genießen können. Schließlich rät schon der Prophet Jesaja: „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein“ (Jes 30,15).

Eigentlich gehört sie ja schon in die Vorweihnachtszeit, die Stille, aber wie das heutzutage so ist: Gerade dann können wir sie oft nicht finden.

Aber nun sind die hohen Festtage vorbei, Silvester und Neujahr noch vor uns. Und selbst wenn Sie arbeiten müssen, läuft es wahrscheinlich etwas ruhiger als sonst.

Augenblicke der Stille: Mir persönlich werden sie immer wichtiger. Denn auch die Kraft zum Glauben, sie kommt: aus der Stille.

Das heißt nicht immer: Absolute Stille um mich herum. Die gibt es gar nicht. Was ich als eine Stille wahrnehme, die mich wieder in Einklang mit mir selbst und meiner Umwelt bringt – das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Entscheidend ist, sich das Bewusstsein dafür zu bewahren.

Den rechten Augenblick erkennen, wenn er sich ergibt – und ihm dann nachhängen, sich ihm hingeben, und sei es nur für ein paar Minuten.

Eine innere Haltung gewinnen, die einen Platz freihält für Gott in der Stille der eigenen Seele, denn: „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Die unschuldigen Kinder.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 28. Dezember 2009:

Mit vorgehaltenen Gewehren stürmen Soldaten ein Dorf. Frauen und Männer nehmen sie gefangen, die Kinder erschießen sie auf der Stelle. So geschieht es immer wieder auf der Welt – in allen Kriegen und „kriegsähnlichen Zuständen“.

Unschuldige Kinder werden zu Opfern. Nicht nur durch Waffen, auch durch sublimere Gewalt: Millionen haben zu wenig oder zu schlecht zu essen.

So viele waren es vor 2000 Jahren, in Bethlehem, nicht – eher ungefähr ein gutes Dutzend: Knaben unter zwei Jahren, die König Herodes, wie es heißt, zu töten befahl. Im Kirchenkalender steht heute deshalb: der Tag der unschuldigen Kinder.

Ob diese Geschichte historisch ist oder nur eine Legende – Unsere Welt ist eine, in der Kinder umgebracht werden. Und genau in diese Welt schickt Gott seinen Sohn.

Der wird zum Hoffnungszeichen: die Welt muss nicht so bleiben wie sie ist. Wer das Kind in der Krippe in seiner Wehrlosigkeit und Armut sieht, wer ihm nachfolgen, ihm helfen und es schützen will, der muss protestieren gegen Machtgier, Hass und Größenwahn; der muss den Kreislauf der Gewalt durchbrechen. Wo und wie bin ich selbst darin verstrickt? Darüber nachzudenken, dazu ruft uns das Kind auf.

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