RPR1 "Angedacht": Es gibt Dinge, die tut man nicht!
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 16. November 2009:
Es gibt Dinge, die tut man nicht. Zum Beispiel stapelweise Papier vom Büro einfach mit nach Hause nehmen. Aber man setzt auch treue und verdiente Mitarbeiterinnen nicht einfach so vor die Tür. Zum Beispiel weil sie ein paar Maultaschen vor dem Mülleimer gerettet haben.
Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gilt: Es gibt Dinge, die tut man nicht. Auch dann nicht, wenn sie rechtlich möglich wären.
Was der einzelne an seinem Arbeitplatz tut, soll er zum Wohl aller tun. Papier privat benutzen oder eben lieber nicht benutzen, Menschen einstellen und wieder entlassen.
„Zur Freiheit hat euch Christus befreit, lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen.“ Heißt es in der Bibel. Christus hat den Menschen von der Sünde befreit und dadurch erst zur Liebe fähig gemacht, glauben Christen.
Nur dadurch können wir – ich Egoistin, du persönliche Ich-AG – das Wohl aller überhaupt in den Blick zu nehmen. Nur so bleiben wir frei und folgen unserer Bestimmung als Mensch.
Es gibt Dinge, die tut man nicht. Gesagt hat diesen Satz übrigens der Manager-Unternehmer Hans Merkle. Und der war ebenso anständig wie erfolgreich.
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RPR1 'Angedacht': Ein neuer Anfang
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 28. März 2009:
Das Wunder von Bern! 1954 wurde Deutschland in der Schweiz Weltmeister mit sechs Kaiserslauterern, einem Pirmasenser und einem gebürtigen Mannheimer: Sepp Herberger.
Der Trainer der Weltmeisterelf von 1954 hat heute Geburtstag. Legendär sind seine Sprüche wie „Der Ball ist rund.“ „Elf Freunde sollt ihr sein.“ Und: „der nächste Gegner ist immer der Schwerste.“
Der Weltmeistertitel von 1954 war Balsam auf die Seele einer am Boden liegenden Nation. Am Boden wegen der Schuld, die sie in einem brutalen Krieg und in einem unfassbaren Völkermord auf sich geladen hatte.
Gibt es einen Weg aus solcher Schuld, fragten sich damals viele Menschen? Für sie war das unvorstellbar, da brauchte es wirklich ein Wunder. Natürlich, selbst ein Wunder kann keine Schuld der Welt ungeschehen machen. Aber wenigstens wieder leben können. Das wär` schon was, dachten die Menschen.
Der Fußball hat damals in Deutschland so etwas ausgelöst wie einen Neuanfang. Genau den hatte Sepp Herberger mit seinen Spielern für viele Deutsche geschaffen.
Mit einem Mal war sie da, die gemeinsame Freude: es ist möglich, ganz überraschend, es gibt einen Weg für uns, ohne Vergangenes vergessen zu müssen oder Schuld zu leugnen. Das ist noch keine Erlösung, aber schon ein kleines Wunder!
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RPR1 'Angedacht': Wüstenwanderung
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 27. März 2009:
Die Wüste, der Sand, die Steine. Eine Phantasiereise: 40 Tage Fastenzeit, 40 Tage Passionszeit, 40 Tage in der Wüste in den Fußspuren von Mose, von Elia und von Jesus.
Der Sand, das Geröll, die Steine. Den Kopf mal so richtig frei bekommen. Die Wüste als Ort, innerlich frei zu werden, frei von dem, was gefangen hält. Die Arbeit, die Familie, die Sorgen. Es kann nur der Weg jedes einzelnen und jeder einzelnen sein.
Die gewohnten Kleider ausziehen, Wüstenkleidung überstreifen. Ein einfaches Gewand aus Kamelhaar, ein Ledergürtel. Die gewohnten Rollen verlassen. Nichts sein, nichts denken, nichts wollen. Das Oben und Unten der Wüste, das Nichtmehr und das Nochnicht.
Dämonen erkennen und benennen: Erscheinungen, die Angst machen, Einflüsterungen, die schwächen. Es aushalten. Zumindest eine kleine Zeit.
Die Steine, das Geröll, der Sand. Fragen ohne Antworten. Nachdenken, ohne zu grübeln. Gedanken kommen und gehen lassen. Etwas in den Sand malen, das Unfertige ausstreichen und neu malen.
Frei sein von allem und frei sein zu allem. Wo nichts ist, kann alles neu werden. Wo nichts ist, kann alles gleich bleiben und doch neu sein. Bei 40 Tagen in der Wüste.
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RPR1 'Angedacht': Blut ist dicker als Wasser!
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 26. März 2009:
„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, habt ihr mir getan.“ Diesen Satz soll Jesus Christus gesagt haben.
Das steht in der Bibel? Geringer Bruder, kleiner Bruder, große Schwester, geringster Bruder, größte Schwester? Ja, sind denn nicht alle gleich, die Schwestern und Brüder, die Christen und Christinnen in einer Gemeinde, in der Kirche, evangelisch wie katholisch? Alle wie Geschwister in einer Familie?
Nein, Zickenalarm, Bruderkriege, Schwesternstreit: kein Zufall, auch darüber steht jede Menge in der Bibel. Gerade in einer Familie ist das Zusammenleben bekanntlich sehr intensiv. Es ist also schon überraschend, wenn Christen und Christinnen ausgerechnet wie in einer Familie zusammen leben wollen.
Blut ist dicker als Wasser, heißt es. Und tatsächlich: selbst in einer noch so zerstrittenen Familie kommt irgendwann der Punkt, da hat der eine wieder Sehnsucht nach dem anderen. Vielleicht ist da wirklich was dran: „Blut ist dicker als Wasser.“
Christi Blut ist auf jeden Fall dicker als Wasser, denn durch sein Blut hat er unsere Beziehung zu Gott wieder ins Lot gerückt. Und das heißt: Wenn gar nichts mehr geht, hält uns Christi Blut zusammen.
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RPR1 'Angedacht': Johannes Calvin - eine Spaßbremse?
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 25. März 2009:
Johannes Calvin hätte in diesem Jahr 500. Geburtstag. Heute würde man ihn eine Spaßbremse nennen: als er in Genf die Reformation einführte, ging erst einmal ein Spielkartenhersteller bankrott. Denn Glücksspiele waren im puritanischen Zeitgeist nicht mehr erlaubt.
Auch Tanzveranstaltungen wurden abgesagt. Dazu kam ein Spitzelsystem der Presbyter, die den Lebenswandel der Schäfchen überwachten.
Trotzdem wussten die Leute in Genf, was sie an ihm hatten. Er führte die Stadt zur wirtschaftlichen Blüte, baute Schulen und Krankenhäuser. Einer sollte Verantwortung für den anderen übernehmen. Häusliche Gewalt wurde nicht totgeschwiegen, sondern schnell beim Namen genannt. So viel Sozialstaat war sensationell für diese Zeit.
Johannes Calvin wirkte vor 500 Jahren. Seither ist er der einflussreichste der Reformatoren geworden. Einflussreicher als Martin Luther.
Über die Niederlande und England reicht sein Einfluss bis in die USA, die maßgeblich von Calvinisten gegründet und geprägt wurde. Christen, die sich in der Gesellschaft engagierten, eingemischt haben, auch gegen den Strom geschwommen sind – manches Mal mit verblüffendem Erfolg. Auch dazu herzlichen Glückwunsch, Johannes Calvin.
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RPR1 'Angedacht': Jesus liebt mich!
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 24. März 2009:
Wie wäre es wohl, wenn Sie heute plötzlich Jesus gegenüber stehen würden? Von Angesicht zu Angesicht? Wahrscheinlich ziemlich verrückt.
„Jesus liebt mich“ heißt der neue Bestseller von David Safier. Er erzählt von Marie, die das Talent hat, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben.
Ihr Neuer ist aber anders: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Ein Zimmermann, der wunderschön hebräische Psalmen singt und reichlich Rotwein verträgt. Mit tiefen dunklen Augen. Die manchmal ein wenig traurig scheinen, findet Marie.
„Ich bin Jesus“, erklärt er ihr und Marie entdeckt ein neues Talent an sich: sie bringt ihn zum Lachen. Das hat er auch nötig, denn schließlich soll er die ganze Welt retten.
Wie mit der Handkamera gefilmt, fährt der Autor David Safier mit seinen Leserinnen und Lesern Achterbahn. Marie wird es fast zuviel, wenn Jesus die ungeliebte Halbschwester heilt oder in der Pizzeria überraschend mit einem Obdachlosen „das Brot bricht“.
Wie wäre es wohl heute, plötzlich Jesus gegenüber zu stehen? Ganz persönlich? Ziemlich verrückt wäre es in jedem Fall. Vielleicht ginge es uns sogar wie Marie, die plötzlich spürt: „Jesus liebt mich!“
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RPR1 'Angedacht': Das große Wurstessen!
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 23. März 2009:
Worauf verzichten Sie denn während der Fastenzeit? Auf nichts? Oder vielleicht auf Süßigkeiten? Oder auf Fleisch? Oder lassen sie Ihr Auto einfach mal stehen? Egal, auf was sie verzichten oder auch nicht – wichtig ist, dass Sie es freiwillig tun.
Das war nicht immer so: Im Mittelalter galt das Fastengebot. Vor allem auf Fleisch sollten die Menschen verzichten. Daher war es eine Gotteslästerung, als der Buchdrucker Christoph Froschauer am 9. März 1522 ganz bewusst mitten in der Fastenzeit zum Wurstessen in sein Haus einlud. Wenige Scheibchen geräucherter Wurst teilten die Gäste miteinander, auch ein Pfarrer war dabei.
So taten sie ganz offen und unter Zeugen, was ohnehin viele heimlich machten. Das Wurstessen im Hause Froschauer sollte den Menschen die Freiheit bringen, Freiheit von allen menschengemachten Geboten. Gebunden waren sie nunmehr allein an die Heilige Schrift und an das eigene Gewissen.
Der Reformator Ulrich Zwingli riet wenig später in einem Gottesdienst: „Willst du gerne fasten, dann tu es. Lass mir aber dem Christen dabei die freie Wahl!“
Ob mit oder ohne Süßigkeiten, Auto oder Fleisch: Als Christen haben wir mittlerweile freie Wahl.
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