Evangelischer Kirchenbote: In der Mainzer Universität befindet sich eine der größten jüdischen Bibliotheken der BRD
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 27/2008:
Reichlich Stoff für Dissertationen und historische Romane
In der Mainzer Universität befindet sich eine der größten jüdischen Bibliotheken. Die Bestände werden seit 2004 wissenschaftlich aufgearbeitet. Professor Andreas Lehnardt ist Herr der 5500 Bücher starken Sammlung.
(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)
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RPR1 'Angedacht': Amtsdeutsch
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 5. Juli 2008:
„Ausfuhrbestimmungen sind Erklärungen zu Erklärungen, mit denen man eine Erklärung erklärt.“ Diese Erklärung habe ich neulich entdeckt. Sie stammt aus dem Wirtschaftsministerium.
Die Hitliste der Absurditäten bundesdeutscher Amtssprache ist noch steigerungsfähig. In einem Merkblatt der Deutschen Bundespost heißt es doch allen Ernstes: „Der Wertsack ist ein Beutel, der nicht Wertbeutel, sondern Wertsack genannt wird,... weil sein Inhalt aus Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt, sondern versackt werden.“
Ich finde: Es ist schon absurd, wohin Amtssprache führt. Aber wenn man versucht, alles, aber auch wirklich alles, über klitzekleinste Regelungen zu ordnen, dann bleibt einem gar nichts anderes übrig: Dann muss man solch einen Unsinn produzieren.
Nur erreicht man trotzdem nicht das, was man erreichen will:
Je mehr Regeln und Verordnungen ich produziere, desto mehr Lücken und Ausnahmen ermögliche ich. Ob ich das will oder nicht. Es ist so. Eigentlich in allen Lebensbereichen.
Jesus ist der Regelungswut seiner Zeitgenossen entgegengetreten. Konsequent. Mit dem schlichten Hinweis auf den gesunden Menschenverstand. „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.“ (Mt. 7,12)
Das ist kein Amtsdeutsch, beileibe nicht. Sondern die Goldene Regel für ein gutes Miteinander.
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Auf gute Nachbarschaft!
Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 5. Juli 2008:
Kennen Sie noch die unselige Geschichte vom „Maschendrahtzaun“? Dieser schlagergewordene Streit zwischen Nachbarn in Sachsen? Ganze Fernsehsendungen befassen sich mit dem oft aberwitzigen Krieg am Gartenzaun. Gerichte, Anwälte und Detektive werden bemüht, damit dem Nachbarn endlich das laute, unrechtmäßige Handwerk gelegt werden kann. Schmutzigste Wäsche wird dabei auf oft niedrigstem Niveau gewaschen. Und das, obwohl es oft nur nur um falsch gesetzte Hecken, zu hohe Mauern und zu laute Gartenarbeit geht.
Dabei ist eine gute Nachbarschaft ein wahrer Segen. Ein Gespräch über den Gartenzaun, kurz mal die Leiter ausgeliehen, schon ist die Dachrinne wieder sauber. Schnell nach einem Ei gefragt – und der Kuchen kann doch noch fertig werden….
Doch es muss nicht immer die konkrete Unterstützung sein. Ein netter Gruß, ein kurzes Lächeln, und das Nebeneinanderwohnen ist eine Wohltat, trägt dazu bei, sich zuhause zu fühlen.
Das war wohl auch schon immer so. Von der Bedeutung guter Nachbarschaft weiß denn auch die Bibel in klaren Worten zu berichten: „Besser ein Nachbar in der Nähe als ein Bruder in der Ferne.“ Sprüche 27, 10. Das nenne ich auf den Punkt gebracht. Also: Auf gute Nachbarschaft!
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RPR1 'Angedacht': All Inclusive
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 4. Juli 2008:
Es geht doch nichts über eine wunderschöne Pauschalreise.
“All inclusive” – lautet das Zauberwort. Man braucht sich um rein gar nichts mehr zu kümmern. Jeder Gast bekommt sein gelbes Armband… und nun darf er oder sie endlich futtern, bis die Knöpfe von der Hose platzen, saufen bis zum Augenstillstand, Eis und Kuchen schlemmen, bis der Arzt kommt.
Kurz und gut: Es geht doch nichts über eine wunderschöne Pauschalreise – All inclusive. Oder doch?
Wie anders war Urlaub damals bei Jesus: Statt “All-Inclusive”-Schlemmen war strenges Fasten angesagt. Statt Bewässerungsblumenpracht gab es Wüste pur. Und das Animationsprogramm – das bestand aus Meditation und Gebet. “Jesus lebte mit den wilden Tieren zusammen, und die Engel Gottes versorgten ihn“ (Markus 1,12+13) So beschreibt die Bibel den Urlaub, den Jesus gemacht hat.
Nun ja, auch wenn unser Urlaub heute anders ist – ich meine, eines können wir uns bei Jesus abgucken: Ihm hat die Zeit zur Besinnung schlicht gut getan. Jesus hat bei seiner Auszeit in der Wüste Gott erfahren als den, der ihn wirklich begleitet – was auch geschieht. Und das hat ihn gestärkt – für den Alltag.
Ich meine, genau so etwas können wir auch gut brauchen.
Eine Zeit zur Besinnung, zum Gespräch – mit Gott und mit anderen.
In diesem Sinn: einen schönen Urlaub!
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Gedankenlesen - Alles hat seine Zeit
Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 4. Juli 2008:
Jeden Tag bin ich mit dem Zug unterwegs zu meiner Arbeitsstelle. Oft schaue ich dabei meine Mitreisenden an und stelle mir vor, was sie wohl gerade denken. Welche Wünsche sie an ihr Leben haben, was sie schon alles erdulden mussten. Oder worüber sie ganz besonders glücklich sein könnten.
Denkt der Herr dort drüben mit seinem triumphierenden Lächeln gerade an seinen möglichen Lottogewinn – oder das stille Mädchen dort vorne, das nervös auf seinem Bleistift kaut, vielleicht gerade an die bevorstehende Klausur? Und die Dame im mittleren Alter, ärgert sie sich immer noch über den unnötigen Streit von gestern mit ihrem Mann? Und plötzlich ist dieses stille, langweilige Zugabteil angefüllt mit Gedankensplittern und Lebensgeschichten…
Unwillkürlich muss ich an das Buch des Predigers in der Bibel denken. Dort steht: „Alles hat seine Zeit – Lachen hat seine Zeit, weinen hat seine Zeit, sich umarmen hat seine Zeit und sich voneinander wegstoßen hat seine Zeit, Lieben hat seine Zeit und hassen hat seine Zeit“ – so lässt es sich jeden Morgen im Zug und auch im eigenen Leben erfahren. Denn richtig – alles im Leben hat seine Zeit.
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RPR1 'Angedacht': Tanzen Sie noch ums Goldene Kalb?
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 3. Juli 2008:
Eigentlich ist das ja eine unglaubliche Geschichte. Kaum hält Mose – oben auf dem Berg – die Steintafeln mit Gottes wichtigsten Weisungen in der Hand… da tickt unten im Tal der Mob völlig aus.
Zugegeben: Sie können Mose nicht sehen. Sie wissen nicht, was sich da abspielt – oben auf dem Berg. Aber trotzdem: Kaum dreht der Mose ihnen den Rücken zu, schon verlieren sie jeden Glauben, jedes Vertrauen, auch zu dem Gott, der sie immerhin aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte.
„Wir wissen ja nicht, was mit Mose los ist“, jammern die Israeliten. „Vielleicht kommt er ja nicht wieder. Und dann?“
Ja, was dann?
In einer höchst spontanen, konzertierten Aktion werfen sie alle ihren Familienschmuck zusammen, schmelzen das Ganze ein – und bringen so ihre Gottesvorstellung neu in Form.
Ein goldener Stier soll es werden. Wie bei so vielen Völkern in der Umgebung. Doch es reicht nur zum Kälbchen, das sie nun ersatzweise anbeten. Einfach lächerlich!
Auch wenn uns diese alte Geschichte belustigt: Ich meine, wir heute sind nicht wirklich besser als die Israeliten damals.
Der Tanz ums Goldene Kalb ist ja geradezu sprichwörtlich geworden. Auch wir sind ziemlich schnell dabei und basteln uns unsere eigenen Götterbilder.
Was für ein Blödsinn! – Denn Gott gibt sich doch auch für uns heute zu erkennen: Jahwe – „Ich bin der, der für euch da ist“. – Diesen Namen trägt Gott. Damals bei Mose, und auch für uns heute.
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Alles so schön bunt hier!
Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 3. Juli 2008:
„Ich glotz von Ost nach West – Alles so schön bunt hier“ so sang, nein schrie Nina Hagen Ende der Siebziger.
Wer heute vor einem Schwarz-Weiß-Fernseher sitzen muss, empfindet dies oft als Strafe. Bunte Bilder im Fernsehen zu sehen, das war in Deutschland erst ab 1967 möglich. Doch erfand der Sohn eines Geistlichen bereits im Jahre 1928 das Farbfernsehen, in England.
Heute genau vor 80 Jahren sahen Mitarbeiter der BBC die erste Übertragung in Farbe. Zu sehen waren bunte Tücher, ein Polizeihelm und ein Mann, der den Zuschauern die Zunge rausstreckte. Hier nahm offensichtlich jemand seine eigene Erfindung nicht so richtig ernst. Es war der Schotte John Logie Baird.
Doch wenn die Bilder auch immer schärfer wurden – immer noch bessere Farben bringen, die Flimmerkisten mittlerweile richtige Dolby-Surround-Home-Cinemas geworden sind, finde ich dann leider immer wieder die Welt und unser Leben recht schwarz-weiß dargestellt.
Ich glaube nicht, dass das John Logie Baird so wollte.
Ich möchte einfach fest daran glauben, dass das wahre, bunte Leben zwischen Menschen stattfindet – und nicht abends oder am Nachmittag in der Mattscheibe. Sorry, Mr. Baird, Entschuldigung, Herr Grundig!
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