RPR1 'Angedacht': Das große Wurstessen!
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 23. März 2009:
Worauf verzichten Sie denn während der Fastenzeit? Auf nichts? Oder vielleicht auf Süßigkeiten? Oder auf Fleisch? Oder lassen sie Ihr Auto einfach mal stehen? Egal, auf was sie verzichten oder auch nicht – wichtig ist, dass Sie es freiwillig tun.
Das war nicht immer so: Im Mittelalter galt das Fastengebot. Vor allem auf Fleisch sollten die Menschen verzichten. Daher war es eine Gotteslästerung, als der Buchdrucker Christoph Froschauer am 9. März 1522 ganz bewusst mitten in der Fastenzeit zum Wurstessen in sein Haus einlud. Wenige Scheibchen geräucherter Wurst teilten die Gäste miteinander, auch ein Pfarrer war dabei.
So taten sie ganz offen und unter Zeugen, was ohnehin viele heimlich machten. Das Wurstessen im Hause Froschauer sollte den Menschen die Freiheit bringen, Freiheit von allen menschengemachten Geboten. Gebunden waren sie nunmehr allein an die Heilige Schrift und an das eigene Gewissen.
Der Reformator Ulrich Zwingli riet wenig später in einem Gottesdienst: „Willst du gerne fasten, dann tu es. Lass mir aber dem Christen dabei die freie Wahl!“
Ob mit oder ohne Süßigkeiten, Auto oder Fleisch: Als Christen haben wir mittlerweile freie Wahl.
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RPR1 'Angedacht': Mich hat keiner gefragt!
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 22. März 2009:
Es ist wahrscheinlich der schönste Ort auf der Erde: schön kuschelig warm. Traumhaft weich. Himmlisch ruhig und genug zu essen gibt es auch. Wissen sie, welchen Ort ich meine? Genau, den Mutterleib, in dem wir alle die neun Monate vor unserer Geburt verbracht haben.
Ich denke, wenn man mir als Embryo vor meiner Geburt gesagt hätte: So, Du musst da jetzt hier raus, Du musst geboren werden, da draußen warten viele tolle Dinge auf dich – dann hätte ich gesagt: Nö, ich möchte lieber hier drinnen bleiben. Mein Leben kann da draußen ja nur schlechter werden. Hier drin geht´s gut.
So ähnlich geht es wahrscheinlich vielen Menschen, die Angst vor dem Tod haben. Sie haben vielleicht ein gutes und schönes Leben und glauben, dass sie mit dem Tod alles verlieren. Dass es nur schlechter für sie werden kann.
Sicher, mit dem Tod ist dieses Leben vorbei. Wohlgemerkt: dieses Leben.
Ich glaube, dass nach dem Tod ein anderes, ewiges Leben bei Gott auf uns wartet. Wie genau das aussehen wird, weiß ich nicht. Aber ich vertraue darauf, dass es das Paradies sein wird.
Vor 31 Jahren bin ich einfach geboren worden. Da hat mich niemand gefragt. Das war gut. Ansonsten würde mir heute wirklich was fehlen.
Und zum Glück werde ich eines Tages – hoffentlich erst nach einem langen und schönen Leben – auch ungefragt sterben. Denn ich glaube: ich würde sonst echt was verpassen.
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Ostergarten in ehemaliger Schuhfabrik. Kirchenbezirk Pirmasens lädt zu einem Rundweg ein - Ostergeschehen auf 400 Quadratmetern inszeniert
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 12, zum 22. März 2009.
(Sprecher: Dejan Vilov)
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RPR1 'Angedacht': Seine Hände in Unschuld waschen
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 14. März 2009:
Das Buch der Bücher … ist nicht Harry Potter, sondern immer noch die … Bibel.
Auch im Religionsunterricht an der Berufsschule Frankenthal kommt sie immer mal wieder zum Einsatz. Die Schüler sind nicht sofort hellauf begeistert.
„… muss denn das sein…“ kriege ich zu hören, aber dann wird’s spannend.
Mit dem Zitat: „Ich wasche meine Hände in Unschuld!“
Keiner meiner Schüler weiß, dass es sich dabei um ein biblisches Zitat handelt. Gespannt lesen sie dann aber den Hintergrund:
Nachdem Jesus von Judas verraten worden war, wird er gefangen genommen und vor den Hohen Rat geführt. Der ist sich einig: Jesus muss sterben und so übergeben die Hohenpriester den gefangenen Jesus dem römischen Statthalter in Jerusalem, Pontius Pilatus.
Am Passahfest hat das Volk die Wahl: Ein Gefangener darf freikommen – Jesus oder Barabbas, der Mörder.
Angestachelt von den Gegnern Jesu entscheidet sich die Menge für den Verbrecher Barabbas. Damit ist klar: Jesus erwartet der Tod am Kreuz.
Pontius Pilatus ist mulmig zumute. Er ahnt vielleicht, dass er da gerade einen Fehler gemacht hat und „… wäscht seine Hände vor dem Volk in Unschuld“.
Neu ist das nicht. Immer wieder begegnen wir Menschen, denen es schwer fällt, Fehler zuzugeben. Aber ich sage auch das meinen Schülern: welche Hochachtung ich vor Menschen habe, die Fehler eingestehen und die Konsequenzen tragen.
Denn nur so ist ein Neuanfang möglich.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Von Spitzeln und Rasterfahndern
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 14. März 2009:
Finden Sie die Welt, in der wir leben, auch so toll wie ich? Ist doch einfach klasse: Die Bahn macht Rasterfahndung bei ihren Mitarbeitern, Lidl bespitzelt Kunden und Angestellte, die Telekom hört Telefonate ab, um unbeliebte Personen auszuspähen – so sieht sie anscheinend aus, die schöne neue Welt, auf die uns einzustellen müssen.
Misstrauen, Neid, Unterstellungen greifen anscheinend gerade in den großen Konzernen um sich. Der Beschäftigte ist scheinbar immer verdächtig, seine Firma zu betrügen und zu hintergehen.
Wo kommt dieses Misstrauen her? Was ist aus den stolzen Unternehmen von früher geworden, die stolz auf ihre Mitarbeiter waren, und deren Mitarbeiter stolz waren, gerade bei diesem Unternehmen zu arbeiten?
„Was Du willst, was Dir die Leute tun sollen, das tu auch Ihnen“, hat Jesus einmal gesagt. Wer Mitarbeiter haben will, denen er vertrauen und auf die er sich verlassen kann, der muss auch seinen Mitarbeitern vertrauen.
Er muss ihnen das Gefühl geben, dass sie sich auf ihre Konzernleitung verlassen und auf sie vertrauen können.
Ich bin sicher: Wem das Vertrauen seiner Mitarbeiter wichtiger ist als die Frage, wie man immer noch mehr Geld verdienen kann, der hat Bespitzelungsaktionen nicht nötig.
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RPR1 'Angedacht': Ich habe Angst!
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und Feels like heaven bei Rockland Radio am Freitag, 13. März 2009:
Ich bin Dejan Vilov von der Evangelischen Kirche. Guten Morgen!
Obwohl…ist es ein guter Morgen? Heute ist Tag zwei nach dem schrecklichen Amoklauf in Winnenden, der insgesamt 16 Todesopfer gefordert hat. Die Menschen sind fassungslos, wütend, verzweifelt. Und alle haben Angst.
Angehörige der Opfer haben Angst vor der Zukunft ohne die lieben Menschen, die sie verloren haben. Lehrer und Schüler fürchten sich davor, dass ein Amoklauf auch in ihrer Schule stattfindet. Eltern haben Angst. Sie fragen sich: Wird mein Kind heute aus der Schule nach Hause kommen? Oder habe ich es heute morgen zum letzten Mal lebend gesehen?
Ich persönlich, ja ich habe auch Angst. Davor, ebenfalls ein Opfer von einem Amoklauf zu werden.
In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Diesen Satz lese ich im Johannesevangelium. Jesus sagt ihn zu seinen Jüngern.
Für mich stecken zwei wichtige Aussagen in diesem Satz. Erstens: Jesus sagt, ich weiß, dass ihr Angst habt. Aber Angst gehört zu eurem Leben dazu. Es ist reine Einbildung zu glauben, dass das anders sein könnte.
Aber zweitens sagt Jesus aber, dass unsere Angst nicht das letzte Wort haben wird. Dass es mehr gibt als diese Welt und die Angst.
Ich glaube Jesus. Ich glaube, dass irgendwann eine neue Welt kommt, in der wir keine Angst mehr haben, weil wir dann bei Gott sind.
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Christian Schad am Arbeitsplatz besucht. Konfirmanden im Landeskirchenrat - Den Menschen hinter dem Kirchenpräsidenten kennengelernt
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 11, zum 15. März 2009.
(Sprecher: Dejan Vilov)
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